Leben in Balance - das Prinzip Yin und Yang
Fühlen wir uns unwohl, leiden an Übergewicht oder unreiner Haut, sind dies oft Anzeichen dafür, dass wir uns nicht mehr im Gleichgewicht befinden. Die Lehre von
Yin und Yang kann helfen, die innere Balance wiederzufinden.
Seit rund 3.000 Jahren glauben die Chinesen an die Kraft der Gegensätze: Yin und Yang. Beide Elemente ergänzen und bedingen einander. Yin ist das Symbol für die Nacht, den Winter, die Stille und das Weibliche. Yang hingegen steht für den Tag, den Sommer, das Wachsein und das Männliche. Das ständige Wechselspiel, also beispielsweise der Übergang vom Tag zur Nacht und umgekehrt, setzt Energie frei und schafft so eine Art fließendes Gleichgewicht. Wer diesen stetigen Wandel akzeptiert und ihm seine Lebensweise anpasst, wird nach Auffassung der traditionellen chinesischen Medizin ausgeglichener und gesünder.
Die Lehre von Yin und Yang ist keine Lehre von Gut und Böse. Sie ist eine Lehre der Gegensätze – keine der Seiten wird als besser oder schlechter wahrgenommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Wachstum von Pflanzen:
Sie brauchen Licht (Yang) und Wasser (Yin), um gedeihen zu können. Dabei ist beides gleich wichtig. Jede Veränderung in einem Teil löst auch eine Veränderung in dem anderen aus. Lebensnähere Bespiele, die eine unab-dingbare Einheit bilden und ohne einander nicht funktionieren, sind Körper und Seele oder Haut und Haar. Nach taoistischer Auffassung ist die ganze Welt von Yin und Yang erfüllt, und es gibt kein einziges Ding oder Geschehen in Raum und Zeit, das nicht einen Yin- und einen Yang-Aspekt aufweist. Den Himmel gäbe es nicht ohne die Erde, oben nicht ohne unten und Männer ließen sich nicht definieren ohne ihr natürliches Gegenstück – Frauen.
E
in perfektes Paar
Das chinesische Prinzip drückt also im Einfachen aus, was Vollkommenheit ausmacht. Wie auch in einer glücklichen Partnerschaft zwei Menschen ein Ganzes bilden. Dazu gehören Unterschiede genauso wie Gemeinsamkeiten,
Einigkeit ebenso wie Streitereien. So sind Unterschiede zwischen den Menschen – ganz gleich, ob charakterlicher Natur oder in den Vorlieben
bei Hobbys – ganz wichtig, um den Anderen in seinen Fähigkeiten zu ergänzen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Gemeinsamkeiten dagegen bilden ein verbindendes Element. Stets macht das Gegenstück das andere vollkommen. Denn welche Bedeutung hätte ein liebes Wort von einem lieben Menschen, wenn wir nur ausschließlich die Liebe kennen würden? Keine. Und wie sieht dann der Weg zum gemeinsamen Glück aus? Die Kunst, zusammen in Harmonie zu leben, liegt natürlich in zwei ganz unterschiedlichen Dingen: Annehmen und Loslassen.
Yin und Yang im Alltag
Oft genug geraten wir durch Alltagsstress aus unserem Gleichgewicht. Schlafstörungen, Gewichtsprobleme, Hautirritationen oder Kopfschmerzen sind die Folge. Hier greift das Prinzip des Yin und Yang als Grundgedanke verschiedener Heil- und Wellnessanwendungen der traditionellen chinesischen Medizin, die die gesundheitliche Balance wiederherstellen.
Für for me präsentiert Christine Li, Buchautorin und Ärztin für chinesische Medizin, zwei Tipps für mehr Harmonie im Alltag. Aus ihrem Buch „Chinesische Medizin für den Alltag“ (GU, 12,90 Euro).
Essen Sie sich glücklich – Rotes auf den Teller
Essen Sie zwei Wochen lang zu jeder Mahlzeit etwas Rotes, z.B. Paprika, Chili, Erdbeeren, roten Reis, Scampis, Himbeeren. Dazu trinken Sie roten Tee, der kurbelt die Fettverbrennung an. Die Farbe Rot stärkt das Feuer (Element Yang), macht froh und regt den Stoffwechsel an.
Die innere Mitte stärken – das Kaiserbad
Bei Aufregung und Stress wirkt das kaiserliche Bad beruhigend: zwei ungeschälte Orangen in Scheiben schneiden und mit drei Esslöffeln Kardamomsamen (alternativ Gewürznelken) fünf Minuten in einem Liter
Wasser köcheln. Eine Handvoll Rosenblüten dazu, ziehen lassen – dann ins Badewasser schütten.