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Bei Kontakt: Allergie

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Bei Kontakt: Allergie
Vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Angorafell bis zur Zahnpasta: Grundsätzlich kann jeder Stoff aus unserer Umwelt eine Allergie auslösen. Und immer häufiger treten neben Heuschnupfen & Co., so genannte Kontaktallergien, auf. Wir gehen auf Tuchfühlung und rücken dem Phänomen zu Leibe!

Jeder dritte Deutsche leidet heute unter einer Allergie. Nicht nur bei den Erwachsenen sind Allergien auf dem Vormarsch – eine Tendenz, die zahlreiche, internationale Studien belegen. Auch 25-30% aller Kinder und Jugendlichen sind betroffen.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Unter einer Allergie versteht man eine fehlgesteuerte, eine "übertriebene” Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten Substanzen der Umwelt. Zum Beispiel gegenüber Pollen, Hausstaub oder bestimmten Speisen. Allergien treten nie beim ersten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf, sondern erst, nachdem der Körper diesen Stoff kennen gelernt hat und gegen ihn sensibilisiert ist. Die Sensibilisierung kann bereits nach dem ersten Kontakt erfolgen, aber auch erst Jahre später. So bekommen viele Menschen erst als Erwachsene Heuschnupfen oder entwickeln eine Allergie gegen ein Schmuckstück, das sie zuvor jahrelang getragen haben.


Das Immunsystem spielt verrückt

Warum manche Menschen plötzlich auf bestimmte Stoffe allergisch reagieren, weiß man nicht. Wenn der Körper gegen gewisse Substanzen, die so genannten Allergene, sensibilisiert ist, spielt das Immunsystem verrückt. Es bekämpft plötzlich harmlose Stoffe wie Birkenpollen, als wären sie ein gefährliches Gift. Diese "Fehlreaktion” äußert sich dann in typischen Beschwerden wie Schnupfen, Hautrötungen oder Asthma. Das Tückische daran: Hat der Körper diese Reaktion erst einmal gelernt, vergisst er sie so schnell nicht wieder. Daher hat man eine Allergie oft ein Leben lang!


Kontakt mit Spätfolgen

Allergische Reaktionen auf chemische Rückstände in Textilien gehören zu den Kontaktallergien. Etwa neun Prozent der Deutschen leiden an diesem Allergietypus. Kontaktallergien entstehen durch die direkte Berührung mit allergieauslösenden Substanzen. Doch auch wenn der Körper bereits sensibilisiert ist, reagiert die Haut bei einer Kontaktallergie nicht sofort. Erst 12 bis 72 Stunden nach dem erneuten Kontakt
mit dem Allergen beginnt sie sich zu röten, schwillt an und schmerzt. Man spricht daher von einer allergischen Spätreaktion, durch die es oft schwierig ist, die auslösende Substanz zu finden.

Übeltäter Nummer eins: Nickel

Insgesamt sind mehr als 100 Kontaktallergene bekannt. Dazu zählen chemische Verbindungen wie zum Beispiel Konservierungsstoffe oder Färbemittel, aber auch Naturprodukte wie Latex oder ätherische Öle. Am häufigsten wurde in den letzten Jahren die Nickelallergie (Jeansknopf- und Modeschmuckallergie) diagnostiziert. Sie macht rund 17 Prozent aller Kontaktallergien in Deutschland aus. Dicht gefolgt von allergischen Reaktionen auf Duftmixturen, wie sie in Kosmetika und Parfüms vorkommen (12,6 Prozent). Mit einem Test beim Hautarzt lassen sich die Übeltäter in den meisten Fällen überführen.

Auslöser unbekannt?

Die entsprechende Substanz muss in Zukunft konsequent gemieden werden. Was oft gar nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, dass Kontaktallergien häufig berufsbedingt auftreten. Manchmal ist das auslösende Allergen auch nicht auf den ersten Blick erkennbar. So können zum Beispiel sogar Erdnüsse und Kakao Spuren von Nickel enthalten! Ein Überempfindlichkeit ist also die wichtigste Schutzmaßnahme.

Lieber vorbeugen!

Es gibt auch Möglichkeiten, Kontaktallergien vorzubeugen. Beispielsweise sollte man schon beim Kauf von Kleidung darauf achten, dass diese möglichst wenig chemische Rückstände enthält. Modeschmuck sollte nicht direkt auf der Haut oder als Piercing getragen werden. Wer viel mit und im Wasser arbeitet, kann Hände und Haut etwa mit Handschuhen, Schutzschaum oder – salben bedecken. Denn Nässe schädigt den natürlichen Fett- und Säureschutzmantel der Haut, sodass die Allergene freie Bahn haben!

Chemiefrei kleiden – worauf Sie beim Kleiderkauf achten sollten:


  • Fließend statt figurbetont! Kleidung, die nicht einengt, reibt oder scheuert, kann die Haut auch nicht so leicht reizen. Wäsche mit direktem Hautkontakt sollte möglichst wenig gefärbt sein, also weiß oder pastellfarben.
  • Zeitlos modern! Reduzieren Sie Ihren Kleiderverbrauch und kaufen sie ruhig auch mal etwas aus zweiter Hand. Das ist nicht nur gesünder für die empfindliche Haut, sondern schont auch den Geldbeutel.
  • Selbst ist der Mann! Kaufen Sie wenig Kleidung, die zum Reinigen muss. Dabei lassen sich Chemierückstände nämlich nicht vermeiden.
  • Mit Sicherheit! Lassen Sie sich vom Verkäufer garantieren, dass die Textilien nicht ausfärben. Sonst tritt durch Schweiß oder bei Regen der Farbstoff in intensiven Kontakt mit der Haut.
  • Heiße Wäsche! Waschen Sie jedes neue Stück vor dem Tragen 3-4 Mal so heiß wie erlaubt ist. So gehen die Chemikalien ins Abwasser und nicht auf die Haut.

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