Expertin: Dos und Don'ts bei der Intimrasur

Dos und Don'ts bei der Intimrasur – offene Fragen an die Experten

Die Haut im Intimbereich ist anders als an Ihren restlichen Körperpartien – sie ist empfindlicher und braucht auch bei der Rasur eine besondere Pflege. Die dermatologische Expertin Dr. Melanie Hartmann und der Braun Global Scientific Communication Expert Ben Wilson beschäftigen sich mit den Fragen der Frauen.


Schöne, glatte Haut ist vielen Frauen auch im Intimbereich sehr wichtig. Dabei ist die Haarentfernung am Venushügel gemeint, also die sichtbaren Haare oberhalb des Schambeins. Aber auch im Genitalbereich, direkt an den Schamlippen, mögen es viele Frauen gern unstoppelig. Beides ist unbedenklich, wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, weiß die dermatologische Expertin Dr. Melanie Hartmann. Denn im Genitalbereich sind Verletzungen nicht ungefährlich. Die Haut ist dort zusätzlich empfindlich, weil viele Nerven zusammenlaufen. Schneidet man sich an dieser Stelle, besteht die Gefahr, dass sie sich entzündet und Keime eindringen. Für die Intimrasur sollte man sich deshalb Zeit nehmen und vor allem vorsichtig sein.
Dr. Melanie Hartmann und Braun Global Scientific Communication Expert Ben Wilson

Do: Für die Rasur an Beinen und Bikinizone dürfen Sie denselben Rasierer verwenden.

Dr. Melanie Hartmann: Ich werde oft gefragt, ob es nötig sei, für die verschiedenen Körperstellen einen anderen Rasierer zu verwenden. Aber ich kann alle Frauen beruhigen – einer reicht. Allerdings sollte man ein gutes Produkt nehmen und nicht zu Einmalrasierern greifen, weil diese starr und nicht so scharf sind. Bei der Billigvariante drückt man automatisch fester auf und kann sich dadurch leichter verletzen. Deshalb ist ein Rasierer empfehlenswert, der rutschfest ist und einen beweglichen Kopf mit mehreren Klingen hat. Somit erreichen Sie auch ohne Pressen jede Stelle ganz leicht. Außerdem sollten die Klingen scharf sein, damit sie das Haar schneiden, anstatt daran zu reißen. Perfekt ist zudem ein Kamm vor den Messern, weil er das Haar vor dem Rasieren aufrichtet. Ein ganz wichtiger Tipp für den Genitalbereich ist außerdem, dass man die Haut mit den Fingern straff hält und vorsichtig darüberstreicht.

Don’t: Rasieren Sie nicht außerhalb der Dusche oder der Badewanne.

Dr. Melanie Hartmann: Das warme Wasser macht die Haut weich und die Haare lassen sich schonender rasieren. Deshalb ist mein Tipp, die empfindliche Bikinizone erst nach dem Duschen zu rasieren. Die Haut braucht mindestens zwei Minuten, um schön weich zu werden.

Do: Die Haare dürfen in verschiedenen Richtungen rasiert werden.

Dr. Melanie Hartmann: Früher wurde oft empfohlen, die Bikinizone mit der Wuchsrichtung der Haare zu rasieren. Das würde ich heute nicht mehr unterschreiben. Im Intimbereich wachsen die Haare nach innen und unten. Außerdem sind sie grob und rau und es kann schneller zu Hautirritationen kommen. Daher rate ich, selber zu entscheiden, welche Richtung sich persönlich am besten anfühlt. Was angenehm ist, reizt die Haut weniger.

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Don’t: Vermeiden Sie eine Lotion mit Alkohol nach der Rasur.

Dr. Melanie Hartmann: Die Haut freut sich, wenn sie nach der Intimrasur mit kaltem Wasser abgebraust wird. Das sorgt dafür, dass sich die Poren zusammenziehen und kein Rasierausschlag entsteht. Ansonsten ist es besser, abends zu rasieren, damit die Haut Luft zum Atmen hat und nicht in Kleidung eingezwängt wird. Sowieso sollte nach der Rasur keine enganliegende, synthetische Unterwäsche getragen werden. Wer zu trockenen Hautschüppchen neigt, cremt sich am besten mit einer parfümfreien und fettfreien Bodylotion in dem Bereich ein. Babypuder oder Aloe-Vera-Cremes beruhigen auch. Hände weg von alkoholhaltigen Lösungen – die reizen die empfindliche Haut zu sehr.

Do: Epilieren im Intimbereich ist erlaubt, aber die Haare müssen gekürzt werden.

Dr. Melanie Hartmann: Epilieren hat den Vorteil, dass die Haut bis zu vier Wochen glatt bleibt. Allerdings sind die Schamhaare – im Gegensatz zu den Beinhaaren – dichter, dicker und robuster. Auch die Haarwurzeln sind größer als an den Beinen. Damit das Epilieren die Haut nicht zu sehr reizt und keine eingewachsenen Haare zurückbleiben, sollte das Schamhaar vorher auf etwa einen halben Zentimeter gekürzt werden.

Ben Wilson: Es empfiehlt sich daher ein Epilierer mit unterschiedlichen Aufsätzen. Es gibt Geräte mit Trimm- sowie zusätzlichen Peeling- und Massageaufsätzen, um die Haare vor der Epilation zu kürzen, eingewachsenen Haaren vorzubeugen und das Hautbild sichtbar zu straffen. Der Epilierer sollte zudem über eine Wet&Dry-Funktion verfügen. Wie Dr. Hartmann schon gesagt hat, öffnet warmes Wasser die Poren und reduziert somit das Zupfempfinden bei der Epilation. Ein schwenkbarer Kopf ermöglicht zudem eine optimale Anpassung an die Haut – auch an schwer erreichbaren Stellen wie der Bikinizone.

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