Lehrerin in Bangladesch – "Stück zum Glück"

Lehrerin in Bangladesch – "Stück zum Glück"

„Das hier, diese Kinder, alle Angestellten – das ist nicht nur mein Job, das ist auch meine Familie!“ Wenn Nazma Khatun über ihren Arbeitsplatz spricht, leuchten ihre Augen. Die 25jährige ist Lehrerin im Kinderschutzhaus in Panchagargh.


Auch ihre eigene Kindheit war nicht unbeschwert. Aus einfachsten Verhältnissen stammend wurde sie schon als 13jährige zwangsverheiratet. Ausführlich darüber sprechen möchte sie nicht. Nur so viel: Als muslimisches Mädchen im Norden Bangladeschs musste sie sich fügen, sagt sie. Eigentlich träumte sie damals bloß von Volleyball. Sie war talentiert, war sogar ausgewählt worden, um künftig in der Nationalmannschaft zu trainieren. Aber dann als Ehefrau – undenkbar! Ihr Mann erlaubte es nicht. Mit 13 Jahren war sie zuhause eingesperrt, Schule und Volleyballtraining waren für sie vorbei.

Als sie 18 Jahre alt war, musste ihr Mann wegen eines politischen Skandals ins Gefängnis. Für Nazma bedeutete das die plötzlich wieder gefundene Freiheit. Sie konnte die Schule beenden, studieren.

Als sie dann von einer ausgeschriebenen Stelle in diesem Internat hörte, war sie neugierig. „Straßenkinder, hörte ich. Das könnte eine Herausforderung sein, war mein erster Gedanke.“ Erinnert sie sich. „Alle Kinder haben doch ein Recht auf Bildung und eine unbeschwerte Kindheit, das weiß ich ja aus eigener Erfahrung!“  Einige Tage durfte sie probearbeiten. „Das war wirklich nicht einfach! Ich war eine der ersten Lehrerinnen hier, es war extrem harte Arbeit.“ Strukturen und Regeln mussten gefunden werden, die Kinder mussten sich genauso eingewöhnen wie die Lehrer und Hausmütter. Die neue Großfamilie musste sich regelrecht zusammenraufen.

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Im Unterricht heute ist Nazma streng, aber die Kinder hängen an ihren Lippen. „Teacher Nazma hat mir gesagt, dass ich lernen muss, um im Leben später erfolgreich und vor allem glücklich zu sein.“ Sagt der 10jährige Arif.

Um 15 Uhr ist Schulschluss. Nazma geht aber selten direkt nach Hause. Sie wohnt jetzt in einem Frauenwohnheim in der Nähe. „Aber dort wartet ja niemand auf mich.“ Und leise kichernd fügt sie hinzu: „Zum Glück!“

Lieber knotet sie ihren Schleier zusammen, zieht Turnschuhe an und spielt noch ausgelassen eine Runde Volleyball mit „ihren“ Kindern. 

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