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Einfach Anne: Haste was, biste was – die neuen Statussymbole

Einfach Anne: Haste was, biste was – die neuen Statussymbole

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Protzereien wie goldene Uhren, dicke Schlitten und teure Taschen sind von vorgestern. Erfahren Sie, womit Sie sich zeitgemäßer schmücken.
Wussten Sie, dass der Mensch im Schnitt drei Jahre seines Lebens auf dem Klo verbringt? Bei meinem vierzehnjährigen Neffen werden es wohl sechs, weil er immer sein Handy mitnimmt. „Und wenn er dann noch das Ladekabel dabeihat, kommt er auf 16“, stöhnt meine Schwester regelmäßig. In meiner Jugend hatte es ja noch einen Grund, warum die WC-Lichtschalter außen angebracht waren. Leute mit Geschwistern werden sich erinnern. Aber dieser Streich funktioniert ja heute nicht mehr – dank leuchtstarker Displays. 
Ich verbrachte neulich auch längere Zeit im Bad. Ohne Handy. Und seitdem weiß ich, dass unser Bad über 124 Bodenfliesen und 156 Wandkacheln verfügt, alles im 80er-Jahre-Chic, Bahamabeige. Richtig oll! 
Meinem Mann fällt das gar nicht auf. Im Gegenteil, er betont immer, wie wohl er sich in unserem Bad fühlt, weil es dort dank meines Meister Proper Allzweckreinigers so schön nach tropischen Früchten riecht. Ich sollte meinem Hausfreund eigentlich Hausverbot erteilen, aber ich bin ja selbst süchtig nach ihm.

Ein bisschen Panik in der Keramik

Für meinen Mann ist unser Bad Weltkulturerbe. Das WC hat er persönlich unter Denkmalschutz gestellt. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Renovierung für eine Woche einzuplanen, in der er auf Dienstreise war.
Nun ist es ja so, dass ganz Deutschland voll von Leuten ist, die studiert haben, man aber auf einen 70-jährigen Handwerker drei Jahre warten muss. Wenn er dann kommt, ist erstmal Panik in der Keramik angesagt. Erstens, weil sich dieses „Kosten-Vor-Anschlag“ doch irgendwie unheimlich anhört, oder? Und zweitens, weil das Angebot ja meistens jenseits von Gut und Böse ist. Wenn Du dann sagst: „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst“, und der Mann mit Installationshintergrund antwortet: „Ach, kommen Sie, da werden wir uns schon einig“, dann kannst du sicher sein: Es wird noch mal doppelt so teuer.

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Filmreif: Frauen & Bauen

Also Baumarkt. Es heißt ja auch: Respekt wer’s selber macht. Aber kaum erzählst du was von Renovieren, hat keiner deiner Freunde Zeit. Nun gut, selbst ist die Frau. Die Wände zuerst. Ich habe dafür den Farbeimer mitten ins Bad gestellt und die restlichen Silvesterböller reingeworfen. Dann schnell raus, Tür zu! Und zack – das war’s dann auch schon für die Wände. 

Anschließend zum Sanitärhandel. Dort lerne ich: Das Bad ist das neue Statussymbol. Der Topseller ist laut Verkäufer ein WC, das duschen kann, „aus der Edition Popo-Spa“. „In Asien längst Standard“, frohlockte er weiter. Konnte man früher nur wählen zwischen Tiefspüler und Flachspüler, verfügt dieses WC sogar über eine „Lärmprinzessin“, also einen integrierten MP3-Player, um Verdauungsgeräusche zu übertönen, und eine beheizbare Klobrille: von E wie Eco Modus bis rauf auf F für Friteuse. Da bekommt der Ausdruck „Feuer unterm Hintern“ doch eine ganz neue Bedeutung. 

Da wäre noch eine Kleinigkeit …

Doch leider fehlt noch etwas Entscheidendes: Das Klopapier, das eine wichtige Rolle in unserem Leben spielt, wechselt sich auch in diesem Bädertempel noch nicht von alleine. Ich meine, ich weiß das, aber viele Männer offensichtlich nicht. Sonst gäbe es im Winterprogramm der VHS den Kurs 00 doch gar nicht. Ich meine den Workshop mit dem Titel: „Die Toilettenpapierrolle – wechselt sie sich von selbst? Diskussionsrunde, Rollenspiel, Schritt-für-Schritt Anleitung, jeweils samstags, 2 Stunden, für 8 bis 10 Männer“. 

Anne-Vogd-BubbleUnsere Kolumnistin, Anne Vogd, (Jahrgang 1965), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören.
 
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