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Waldmedizin oder W-LAN für alle

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Das Abtauchen im Wald wirkt wie eine Anti-Stress-Kur – es sei denn, man ist mit der Generation Internet unterwegs, findet Anne Vogd.

Als wir Kinder waren, hatten wir auch ein soziales Netzwerk. Man nannte es „Draußen“. Letzten Sonntag, als meine 17-jährige Tochter wieder seit Stunden auf dem Sofa „chillaxte“ – unbeweglich wie die Pilotengewerkschaft Cockpit zu Ferienbeginn – habe ich einfach mal versucht, sie zu einem Spaziergang in dieses mysteriöse „Draußen“ zu bewegen. Zunächst reagierte sie erschrocken und fragte: „Draußen? Was ist das?“ Worauf ich es ihr artgerecht erklärte: „Draußen, auch Realität genannt, das ist der Ort, wo der Mann mit den Zalando-Paketen herkommt.“

Als kleines Mädchen war sie immer gern in der Natur. Sie konnte stundenlang staunend vor einem Gänseblümchen hocken, bis man dieses förmlich klagen hörte: „Ey Kleine, du störst. Lass mich in Ruhe, ich mache gerade Fotosynthese.“ Jaja, früher hatte meine Tochter noch Elan… heute hat sie W-LAN – und findet das völlig in Ordnung.

Wenn ich dann sage: „Hey, es gibt auch ein Leben außerhalb des Internets.“ Dann entgegnet sie: „Echt? Okay, schick mir mal den Link.“ Das heißt, ich sage das nicht, ich schicke so etwas zeitgemäß per WhatsApp. Und dabei denke ich dann immer: Eigentlich sollte es bei WhatsApp einen dritten Haken geben. Nach „versendet“ und „gelesen“ sollte der letzte für „hat deine Nachricht gelesen, ignoriert sie aber, weil du ihre Mutter bist“ stehen.

Letzten Sonntag war es aber anders. Ich mailte ihr einen Bericht über die „Twittering Trees“ zu, also Bäume mit Social-Media-Anbindung. Die berichten in Echtzeit, wie sie wachsen und wie viel Wasser sie brauchen. Meine Tochter fand das „voll krass“ und nachmittags machten wir tatsächlich einen Ausflug in den Hunsrück.

Der Hunsrück besteht zu 70 Prozent aus Wald – der Rest sind Bäume. Also Rotbuche, Gelbbirke und Blaufichte oder wie meine Tochter lapidar bemerkte: „Baum, Baum, Weihnachtsbaum“. Ich hingegen habe eine deutlich höhere Wertschätzung für den Wald, weil seine positiven Auswirkungen auf unseren Organismus wissenschaftlich erwiesen sind. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Waldmedizin. Deshalb finde ich es um jeden Baum schade, der wegen einer dämlichen C-Promi-Biografie sein Leben lassen muss.

Dummerweise war es an diesem Nachmittag etwas diesig – wie so oft im Frühjahr. So diesig, dass noch nicht einmal das Selfie für die obligatorische Snapchat-Story meiner Tochter funktionierte, worauf sie ungehalten bemerkte: „Aha, so sieht es also aus, wenn die Natur zu faul ist, die komplette Umgebung zu laden.“

Ich versuchte zu beschwichtigen: „Du glaubst ja gar nicht, wie wichtig diese Bäume sind.“ Ihre Antwort: „Mutter, ganz ehrlich, auch ich würde Bäume überall anpflanzen, aber erst wenn sie gratis W-LAN aussenden.“ Mein Kommentar: „Ja, mein Kind, es ist wirklich schade, dass sie nur die Luft produzieren, die wir atmen.“

Tipp der Redaktion

Die Ariel 3in1 PODS  können zwar kein W-LAN empfangen, sind aber trotzdem eine smarte Lösung: Die kleinen Kraftpakete werden auch nach dem Waldspaziergang mit Flecken fertig.

Unsere Kolumnistin Anne Vogd Unsere Kolumnistin, Anne Vogd, (52), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören. Hier finden Sie weitere Beiträge dieser Autorin.

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