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Das Wochenende: heiß herbeigesehnt und immer zu schnell vorbei

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„Kann man das Wochenende nochmal neu starten … Ich war noch nicht fertig damit“, fragt sich unsere Kolumnistin Anne Vogd.

Als Studentin ging mein Wochenende so: Hell, dunkel, hell, dunkel, Montag. Als die Kinder kamen, hörte es sich dann so an: „Yippie … endlich Wochenende … oh, ich hatte vergessen, ich bin ja Mutter“.

Und heute kündigt sich das Wochenende durch einen Willkommensgruß an, den ich freitagsabends, wenn ich von der Arbeit komme, im Flur vorfinde: Da liegt dann ein Wäscheberg von der Größe eines deutschen Mittelgebirges. „Sei gewaschen gewesen“, zische ich entnervt, was natürlich nicht funktioniert, da es in der deutschen Sprache eine Konstruktion à la „2. Person Singular Imperativ-Perfekt-Zustandspassiv“ nicht gibt. Die Wäsche kann mich also gar nicht verstehen. Folglich werfe ich die Trommel selber an. Samstagmorgen gilt dann endlich auch für mich das Motto: hoch die Hände, Wochenende! Denn die Wäsche muss nun aufgehängt werden. „Komisch“, denke ich dabei, „mein Rechner hängt sich oft auf. Meine Wäsche nie“.

Danach schnell zum Supermarkt – einkaufen. Wir haben nämlich nichts mehr im Kühlschrank, außer Licht. Wohl bemerkt, ich rede von einkaufen. Einkaufen bedeutet, Kaffee, Katzenstreu und Kartoffeln. Shoppen hingegen würde bedeuten: Klamotten. Bei der Parkplatzsuche muss ich feststellen: Es gibt auch Männer, die multitaskingfähig sind. Das sind die, die auf zwei Parkplätzen gleichzeitig parken. Wie ärgerlich!

Dafür gibt’s umgekehrt auch Frauen mit echtem Kampfgeist, nämlich genau dann, wenn eine neue Kasse öffnet. Wie ein Eichhörnchen auf Speed versucht doch tatsächlich so ein „Ich-bin-ja-so-wichtig-Alphaweibchen“ mich abzudrängen. Genauso ärgerlich. Aber ich verteidige meine Pole Position und benutze anschließend an der Kasse vier Warentrenner. In der Summe bezahle ich dann ganze fünf Mal – und zwar immer passend!

Wieder zu Hause: putzen. Mit Meister Proper verbindet mich seit Jahren eine innige Freundschaft, um nicht zu sagen eine Liebesbeziehung. Ich mag diesen verführerischen Putzteufel und er macht wirklich einen tollen Job. Aber heute würde ich gerne auf das Versprechen „… so sauber, dass man sich drin spiegeln kann“, verzichten. Denn im blitzblank gewischten Boden guckt mir mein Spiegelbild entgegen … Ich kann nur hoffen, dass sich meine Falten und Furchen beim anschließenden Bügeln mitglätten lassen.

Es ist mittlerweile Sonntagnachmittag. Endlich ist alles geschafft. Der Rest des Wochenendes gehört nur mir, dem Sofa und dem Tablet … schön wär’s. Denn da ist leider noch der Montag, von dem ich mich jetzt schon belästigt fühle. Aber das lasse ich nicht zu. Irgendwann muss es auch mal Zeit für Quality Time geben. Und wenn es jetzt klingelt, gehe ich in Jacke zur Tür. Je nachdem, wer davor steht, will ich gerade weg oder bin gerade erst heimgekommen.

Unsere Kolumnistin Anne Vogd Unsere Kolumnistin, Anne Vogd, (52), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören. Hier finden Sie weitere Beiträge dieser Autorin.

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