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Einfach Anne: Sport für ein positives Körperbewusstsein? Zieht bei mir nicht!

Einfach Anne: Sport für ein positives Körperbewusstsein? Zieht bei mir nicht!

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Sport hält fit und macht gute Laune – mit diesem Argument braucht man unserer Kolumnistin Anne Vogd nicht kommen.
Meine Mutter definierte ihr Selbstbewusstsein noch über einen elektrischen Handmixer und eine Trockenschwebehaube. Heute ist Selbstbewusstsein für viele Frauen eine Frage des Körperfettanteils. Davon habe ich mehr als mir lieb ist. Langzeitarbeitslose, wie meine enge Jeans oder die figurbetonte Stretch-Bluse lassen diesbezüglich keine Zweifel offen. Während andere Frauen sich morgens fragen „Was ziehe ich an?“, stellt sich mir immer öfter die Frage „Wie komme ich da rein?“. 

Das Sofa ist einfach zu anziehend…

Ich bin es so leid. Auch ich hätte gern ein positives Körperbewusstsein. Aber wie? Wo ich doch zu den Menschen gehöre, die zum Sport gehen wollen, dann aber über ihre Sporttasche stolpern, beim Hinfallen in der Jogginghose landen, die dank Lenor Unstoppable Dreams dann einfach zu verführerisch nach Jasminblüten und Vanille duftet, um damit nicht sofort die Couch anzusteuern, um dann versehentlich auch noch eine Pizza zu bestellen…

1-mal Yoga = 3 Tage Muskelkater

Dabei gibt es doch im Fitnessstudio so tolle Angebote: Spinning zum Beispiel, ein Fahrrad, das nie ankommt oder der Stepper… Wobei, wenn man im fünften OG eines Altbaus wohnt, hat man den ja eigentlich schon in der Miete mit drin, oder? Und Zumba? Dieser „Hüpf-Hybrid“ aus Aerobic und Samba, dessen Musik einen mit einer Halbwertzeit von einer halben Nacht noch stundenlang auf Trab hält. Yoga habe ich auch versucht, aber Übungen, die ich bis dato rein anatomisch gesehen nicht für möglich gehalten hatte, bestraften mich neulich mit einer dreitägigen Ganzkörperlähmung.   So viel wurde in meinem Schlafzimmer schon lange nicht mehr gestöhnt. Der Muskelkater war echt schlimm. 
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Joggen, aber ganz laaaangsam bitte

Dann las ich den Satz „Wer die Jogginghose nicht ehrt, ist die Spitzenunterwäsche nicht wert“. Also Joggen. Aber wie, wo ich doch schon Seitenstiche bekomme, wenn ich mich im Bett beim Seriengucken zu schnell umdrehe.  

Langsam“ heißt es von Expertenseite, dafür aber „ausdauernd“. Ich beherzigte beides und lief so langsam um den Block, das ich noch nicht einmal von meinem WLAN getrennt wurde. Plötzlich hörte ich ein Pfeifen und dachte zunächst, die Bauarbeiter von gegenüber hätten mir nachgepfiffen, musste dann aber feststellen, dass es nur meine Lunge war. Man könnte mit mir tatsächlich zwei Werbespots drehen: die ersten 200 Meter für einen Hersteller schicker Funktionsklamotten; den Rest für ein Pharmaunternehmen mit Kernkompetenz Asthmaspray.  

Das Wort „ausdauernd“ habe ich sehr ernst genommen. 60 Minuten dauerte meine Jogging-Aktion: 40 Minuten habe ich meine Kopfhörer entknotet, 5 Minuten bin ich gejoggt und anschließend habe ich für 15 Minuten in die Eisdiele eingecheckt. 

Ach, die lieben Ausreden

Glücklicherweise befinden wir uns ja mittlerweile im Herbst. Um sieben Uhr abends, bei Dunkelheit im Wald am Bach entlang joggen…? Da hätte ich Angst, entführt zu werden und fühle mich auf dem Sofa einfach sicherer. Und morgens um sieben, bei Dunkelheit ungeschminkt mit meiner schlaffen Körperhaltung um die Häuser rennen…? Da hätte ich Angst, dass mich die Müllabfuhr mitnimmt.

Unsere Kolumnistin, Anne Vogd, (52), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören.
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