Und das Leben tanzt entspannt – eine Kolumne von Nina Ruge

Gesundheit & Wellness
24/11/2020
Nina Ruge greift in fordernden Situationen auf den heiteren Schreittanz zurück. Ein Sinnbild, das dabei hilft, auf sich selbst zu vertrauen.

Victoria, du bist eine Frau, die JA sagt zum Leben. Du bist eine Lebenskünstlerin. Denn du hältst es mit dem genialen Satz von Leonardo da Vinci: „Ein gut angewendetes Leben ist lang." Du wendest dein Leben so richtig gut an, und das heißt: Du hast Lust auf Inspiration, ohne jedem Trend hinterherzulaufen.

Du hast klare Werte, die du nicht vor dir herträgst, sondern lebst. Du lächelst das Leben an – und es lächelt oft zurück. Du nimmst vieles leicht – weil du erfahren hast, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Du bist lebensklug, praktisch veranlagt – du gestaltest dein Umfeld, dein Nest immer wieder neu und bringst es liebevoll auf Wohlfühltemperatur.

Durchs Leben tanzen: federnd, leicht, balanciert

Weshalb ich dich so lobe, liebe Victoria? Weil ich mich wohlfühle mit dir. Ja, es fühlt sich wie Freundschaft an, vielleicht sogar wie Seelenverwandtschaft. Wenn ich dich aufblättere, dann finde ich so vieles, was mich anspricht: Du kannst Gedanken lesen!

Sie merken, liebe Leserinnen: Ich freue mich riesig, künftig für Victoria und damit für Sie da zu sein. Meine Erfahrungen zu teilen, Ideen und Anregungen zu liefern – und sich gemeinsam darin zu üben, das Leben leichtzunehmen.

Mit 19, als ich vor dem Vorexamen an der Uni stand und mir alles furchtbar schwer und schrecklich vorkam, da habe ich mir einen großen Zettel an die Tür gehängt: „Es wäre doch möglich, das Leben als einen heiteren Schreittanz zu begreifen." Wie bitte? fragen Sie. Was soll denn um Himmels willen ein „Schreittanz" sein? Ich fand die Vorstellung damals irgendwie tröstlich. Das Leben „tanzen". Nicht wie in meiner Lieblingsdisko, sondern federnd, leicht, balanciert. Nicht ekstatisch, sondern entspannt mit sich selbst, unabhängig, souverän.

Entspannt bleiben, auch wenn's ernst wird

Das Bild vom „heiteren Schreittanz" hole ich hervor, wenn mich eine Situation fordert. Wenn ich zum Beispiel eine Podiumsdiskussion moderiere und mich urplötzlich bei dem Gedanken ertappe: „Meine Gäste hier auf dem Podium, die sind allesamt deutlich jünger – ich bin die Älteste! „Hm. Wieso beschleicht mich da ein ungutes Gefühl? Weil Moderatorinnen üblicherweise jünger sein sollten als ihre Gäste, um das Podium attraktiv zu präsentieren? Für männliche Moderatoren gilt das natürlich nicht …

Genau dann fange ich an, mit mir den „heiteren Schreittanz" zu tanzen, werfe das mulmige Gefühl über Bord und sage mir: Ich stehe hier als Älteste der Runde auf der Bühne, weil ich über einen einzigartigen Schatz verfüge! Über Erfahrung, Sicherheit, Menschenkenntnis. Na, alles, was frau in einem gut angewendeten Leben so lernen kann!

Das zu teilen, darauf freue ich mich – gemeinsam mit Ihnen und mit Victoria! „Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben." Das stammt von Goethe …