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Einfach Anne: Genieße Dein Leben – es ist später als Du denkst

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Das Alterwird zu Unrecht völlig unterschätzt. Es sind ganz wunderbare Jahre, die da aufeinen zukommen, findet unsere Kolumnistin Anne Vogd. 

Ich halte es jetzt, wo ich auf der Bühne Applaus für mein Alter bekomme, für meine Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen: Ab sofort werde ich all den Blödsinn machen, für den mir mit 30 noch die Kohle fehlte.

Alt ist man erst, wenn man zum Archäologen überwiesen wird

Für Mimimimi in Form von „Hüften zu dick“, „Haare zu dünn“, Osteoporose, Pigmentflecken und – ganz gemein – Krampfadern sowie Besenreißer, habe ich definitiv keine Zeit mehr.

Nein, ich möchte jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind und ein kleines finanzielles Polster da ist, nicht zu den Menschen gehören, die öfter zu Vor- oder Nachsorgeuntersuchungen gehen, als manch 80-jähriger Mann nachts raus muss. Ich möchte nicht unzählige Stunden in Wartezimmern hocken. Denn in der Zeit, die man dort heutzutage wartet, kann man selbst zum promovierten Facharzt für irgendwas werden!

Nein, ich möchte zu den alterswild entschlossenen Rentnern gehören, an denen der geriatrische Bedarf vorbeizugehen scheint. Diese „Nicht-Ruheständler“ gibt es schon heute und an denen werde ich mir ein Beispiel nehmen: Manchmal überholen sie einen auf der Autobahn in metallic schwarzen Vans der Marke California TDI. Außen prangt ein dynamischer Schriftzug à la „Connys Surf- und Kiteschule“, „Rosi’s Raceboardverleih“ oder „Toni’s Trekkingtouren“. Durchtrainierte Körper schälen sich an Autobahnraststätten zwischen Sylt und Kitzbühel aus ergonomischen Sportsitzen hoch motorisierter Space-Wagons. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, während man in von alpiner Sonne gebräunte und vom Nordseewind gegerbte Gesichter sieht und denkt: Benutzen die eigentlich noch Sonnencreme oder schon Lederspray?

Lieber im Meer baden, als in Arbeit schwimmen

Die Begleiterscheinungen des Älterwerdens sollen für mich heißen: Leichtigkeit, Lebensfreude und Genuss. Das fängt morgens mit einer erfrischenden Dusche mit meinem Head & Shoulders apple fresh Shampoo an und hört abends mit einem entspannenden Glas Weißwein von meinem Lieblingswinzer auf. Mein Leben war noch nie so schön wie heute. Früher war ich oft so schnell geladen wie ein Handy-Akku. Heute lasse ich mir mein Recht auf ein entspanntes Älterwerden nicht nehmen und bewege mich immer öfter am Rande der Egalität. Ich bin mittlerweile so etwas wie meine eigene Zen-Meisterin geworden.

Lebst du schon oder erfüllst du noch die Erwartungen anderer? Diese Frage sollte sich jede Frau ab einem gewissen Alter stellen und mit einer gehörigen Portion Egoismus darauf antworten. Wenn dann einer irritiert sagt, du hast dich aber verändert, vergiss es. Die, die das sagen, sind nicht wichtig und die, die wichtig sind, sagen so etwas nicht.

 

Unsere KolumnistinAnne Vogd, (52), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören. Hier finden Sie weitere Beiträge dieser Autorin.

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