Mehr Zeit haben

Sie haben wenig Zeit für sich? Nach dieser Übung denken Sie anders

Job, Kinder, Haushalt. Wir schieben es auf die äußeren Umstände, dass wir so wenig Zeit haben. Dabei liegt die Wahrheit in uns selbst, sagt Coach Katrin Seifarth. Eine Übung soll die Augen öffnen.


In dem Stuhlkreis sitzen 20 Frauen, die komplett unterschiedlich sind. Sie sind groß oder klein, in Jeans oder im Satin-Anzug, Mitte 20 oder eher Mitte 40, berufstätig oder nicht. Aber zwei Dinge einen sie. 1. Sie sind Mütter und 2. Sie wollen zufriedener leben. Mehr Balance im Leben haben.

Ihre Blicke sind auf die große Frau in dem schwarz-weißen Etuikleid gerichtet. Es ist Katrin Seifarth, Business- und Life-Coach, Autorin („Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe“, books on demand, 17,90 Euro) und Mutter von zwei Söhnen. Sie möchte den Frauen in zwei Stunden am Conference & Coaching-Tag zeigen, wie das geht mit dem Plus an wertvoller Zeit. Aber erst einmal beginnt sie zu erzählen. Als Mutter wollte sie sich um alles kümmern, eben da sein für die Familie. Doch es zog eine Leere in ihr auf. Wo blieb sie selbst? Die Frauen vor ihr nicken.

Was ist der Grund hinter dem Grund?

Wie kann man dieses Problem lösen, das offensichtlich so viele Frauen quält? Katrin Seifarth bittet alle Teilnehmerinnen die Gründe aufzuschreiben, die sie an der Erfüllung ihrer Wünsche hindern. Aber sie stoppt. Das Ziel selbst wird nicht aufgeschrieben. Auf dem Zettel soll also nicht stehen: „Ich wünsche mir mehr Zeit, aber ...“. Stattdessen muss es direkt mit dem „aber“ anfangen, beispielsweise „ ... aber ich habe eine Familie, um die ich mich kümmern muss.“ Die Frauen verstehen und schreiben los.

Als alle später ihre Zettel an ein Board pinnen, liest die Expertin vor:

  • aber ich habe wegen der Kinder keine Zeit.
  • aber ich traue mich nicht.
  • aber ich weiß nicht, wen ich fragen kann.
  • aber ich muss meine Aufträge abarbeiten.

Es gibt noch weitere Beispiele, doch Katrin Seifarth nimmt sich die Einwände genau vor. „Aber ich habe wegen der Kinder keine Zeit“, sagt sie. „Was steckt hinter dieser Aussage?“ Die Frauen sind verdutzt. Ein voller Terminplan? Die Expertin ergänzt: „Heißt es nicht vielleicht: Ich fühle mich für alle verantwortlich?“ Die Frauen werden ruhig. Eine blonde Teilnehmerin atmet tief durch.

Kathrin Seifarth erklärt

Alte Glaubenssätze wirken in unserem Kopf

Die langjährige Beraterin erklärt, dass sie diese inneren Vorstellungen „Glaubenssätze“ nennt. Niemand spricht sie aus, aber es sind Anforderungen, die tief in den Menschen sitzen. Weil sie von den Eltern übernommen oder durch Erfahrungen geprägt wurden. Fast immer drehen sie sich um das Thema Selbstwert. Katrin Seifarth nennt typische Sätze.

  • Ich bin für alles verantwortlich.
  • Ich darf nicht Nein sagen.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich muss mehr leisten als ein Mann.

Nun soll jede Frau ihren Glaubenssatz identifizieren und auf einen Schmierzettel schreiben. Eine Teilnehmerin hat allerdings Probleme, den Kern ihres Problems herauszufinden. Katrin Seifarth rät: „Dieses blöde Gefühl in deinem Bauch. Was ist das genau? Wann hattest du es vorher? Vielleicht kriegst du nicht den perfekten Satz hin, aber versuche deine Emotionen zu beschreiben.“

Die Stimmung ist gedrückt, doch das kennt die Expertin schon: „Ja, ich merke, wie die Energie abfällt. Negative Glaubenssätze ziehen immer runter. Aber wir lösen sie auf.“

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„Ich darf Verantwortung teilen“

Gute Idee, aber wie? Katrin Seifarth nimmt sich wieder den ersten Satz vor: „Ich bin für alles verantwortlich.“ Sie macht eine Pause. „Das höre ich oft von Frauen, die kontrollieren möchten. Vielleicht stammen sie aus einer Familie mit vielen Geschwistern. Oder sie wurden früh in eine verantwortungsvolle Rolle gedrängt. Aber dieser Satz kann umgekehrt werden in „Ich darf Verantwortung teilen“. Dann erläutert sie noch, dass der Partner öfter ohne schlechtes Gewissen mit in die Pflicht genommen werden sollte. Oder es gibt andere Möglichkeiten, über die man nachdenken kann. Die Bremse sitzt häufig im eigenen Kopf, nicht im Außen.

Anderes Beispiel: „Ich kann nicht Nein sagen.“ Katrin Seifarth sagt: „Frauen fällt es schwer, etwas abzulehnen, weil sie die Harmonie mögen. Aber ist das nicht unfair gegenüber den anderen?“ Eine Teilnehmerin fragt nach, wie sie das meine. „Wie soll der andere wissen, was ich wirklich möchte, wenn ich zu allem Ja sage?“

Ich darf Verantwortung teilen

Einen Sixpack zu trainieren ist einfacher

Bei den Frauen fällt der Groschen. Sie sollen nun einen neuen, positiven Glaubenssatz entwerfen, der sie stark für die Zukunft macht.

Beispiele können sein:

  • Ich darf Nein sagen.
  • Ich genüge.
  • Ich darf auf meine Bedürfnisse hören.
  • Ich bin liebenswert.

Katrin Seifarth betont, dass in den Umkehrungen auf keinen Fall negative Formulierungen stecken dürfen, weil das Gehirn diese nicht positiv aufnimmt. Also nicht: „Ich brauche es nicht perfekt machen“, sondern: „Ich darf auch mal 80 Prozent geben.“

Einige Frauen haben Tränen der Erleichterung in den Augen. Die Expertin warnt, dass der neue Satz nicht von heute auf morgen wirken kann. „Einen Sixpack zu trainieren ist einfacher. Aber üben Sie jeden Tag. Schaffen Sie sich Rituale und sagen Sie sich den neuen Glaubenssatz immer wieder auf – das bringt Sie auf die richtige Reise.“

Auf den Weg zu mehr Zufriedenheit.

Es ist Zeit, großartig zu sein. Viele weitere spannende Inhalte vom Conference & Coaching-Tag gibt’s auf unserer Übersichtsseite.

Autorin: Bianka Echtermeyer

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