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Seitensprung in Sicht: volle Kraft voraus?

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Hin- und hergerissen zwischen einer Liebe, die in die Jahre gekommen ist – und dem verführerischen Reiz, den Verlockungen eines anderen Mannes zu erliegen. Wenn die Vernunft sich eine Auszeit nimmt: Wie viel Untreue verträgt die Liebe?

Ja, es passiert auch mit 59 Jahren noch und darüber hinaus. Zufällig in der Bahn. Beim Zusammenstoß der Einkaufswagen im Supermarkt. Oder beim Yogakurs. Da ist dieser andere Mann. Dessen Augen eine Botschaft senden: Alles ist möglich – wenn du es willst. Und so kommen verheiratete oder fest verbandelte Frauen, die bislang an nichts anderes dachten, als zur Arbeit zu fahren, Tomaten zu kaufen oder Meditation zu lernen auf einmal zu einem Pulsschlag, der an Purzelbäume erinnert.

Ein neuer Mann wirkt wie ein Turbo. Zumindest am Anfang.

Mal ganz ehrlich: Herzklopfen und Silberhochzeit – das ist ein Widerspruch in sich. Eine lange Beziehung bietet viel Nähe und Vertrauen – Werte, mit denen man zusammen alt werden kann. Leider gewöhnen wir uns in der Liebe sehr schnell an das, was wir haben. Und nehmen es mitunter kaum wahr, dass ein toller fester Partner etwas Besonderes ist. Das, was eine stabile Beziehung uns gibt, ist ein unschätzbarer Reichtum. Zu zweit bewegen wir uns in einer Komfortzone. Aber: auch oft in der Routine. Genau da wirkt der Reiz des Neuen: Ein neuer Mann sorgt für ganz großes Kopfkino. Er macht aus gestandenen Frauen hibbelige Teenager. Das Leben intensiviert sich auf einmal. Erotik kommt ins Spiel. Diese kommt Langzeitpaaren oft abhanden. Denn Erotik basiert auf Distanz. Der Reiz des Neuen wirft einen Turbo an: Jeder Mann macht uns zu einer anderen Frau, und diese Art der Neuentdeckung unserer eigenen Person ist verlockend.

Die Konfrontation mit den nackten Tatsachen suchen

Dann muss eine Entscheidung her. Sie zu verweigern, führt zu nichts. Gretchenfrage: den neuen Mann ins Leben lassen? Oder standhaft bleiben? Keine leichte Entscheidung, denn: Herz oder Bauch und Verstand sind sich nicht immer einig.

Zahlen helfen, auch in diesem Falle. Im Schnitt fliegen 60 Prozent der Seitensprünge auf. Will heißen: Wer sich auf einen einlässt, muss mit Konsequenzen rechnen. Und die sind nicht ohne. Ein Seitensprung stellt zwar keine existenzielle Bedrohung dar, wird aber oft so empfunden. Die Betroffenen leiden. Christoph Kröger, Leiter der Psychotherapieambulanz an der TU Braunschweig, hat es einmal so ausgedrückt: „Eine Affäre ist nicht nur ein akut extrem belastendes Ereignis, sondern wirkt auch sehr lange nach.“ Im Nachgang sind Depressionen und Schlafstörungen keine Seltenheit. Oft kommt eine schwere Angststörung hinzu, ähnlich wie bei Personen, die etwa einen schweren Unfall hatten. Misstrauen und schwere Konflikte können die Folge sein. Und diese katapultieren den Haussegen womöglich nicht nur in Schieflage, sondern bringen ihn mitunter auch zum Kippen. Laut einer Studie des Göttinger Sexualforschers und Paartherapeuten Ragnar Beer mit 6.000 untreuen Frauen und Männern erzeugt ein Seitensprung auch ein Gefühl, das wir eigentlich verabscheuen: blanken Hass.

Mit sich in die Klärung gehen

Seitensprung – volle Kraft voraus oder lieber die Notbremse ziehen? Ehrlich kann man die Frage eigentlich erst in der Situation beantworten. Und dann hilft es, sich offenen Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen: Warum zieht mich ein anderer Mann derart an? Was fehlt meiner Beziehung? Bin ich bereit, mein altes Leben über Bord zu werfen? Ist der andere Mann eine Alternative? Klingt alles ziemlich unromantisch – aber es hilft.


Tipp der Redaktion
Wie belebt man eine Liebe, die in die Jahre gekommen ist? Wie kommt das Prickeln zurück? Lesen Sie auch unseren Beitrag: Liebe in den Zeiten der Fünfziger – wie die Leidenschaft bleibt
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