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Katzen haben Personal: Die Herrin im Haus ist Hermine!

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Aufwachen, zur Couch tapsen, räkeln, weiterschlafen ... Ich wäre eine tolle Katze. Im Gegensatz zu meiner Hermine würde ich meinem Frauchen auch nicht das Gefühl geben, dass ihre Anwesenheit auf dem Sofa stört – ja, dass man sich sogar in seiner Privatsphäre verletzt fühlt und sich eigentlich eine eigene Residenz wünscht. Eine Residenz mit Menschenklappe, die elektronisch vom Sofa aus gesteuert werden kann, je nachdem, ob es gerade genehm ist, eine Audienz zu gewähren.

Alles ist ihr Revier. Der Tisch ist ihr Laufsteg, und mein Kleiderfach, das mit den teuren Cashmere Pullis, ihr „Hide away“. Ohne Katzenhaare fühle ich mich mittlerweile nicht mehr richtig angezogen ... Nein, ganz so ist es nun auch wieder nicht – dank meines Swiffer Staubmagneten, der ebenfalls regelmäßig in meinem Schrank zu Gast ist und dort zuverlässig für eine staub- und katzenhaarfreie Zone sorgt.

Zum Glück ist bei uns ja keiner allergisch. Mein Kollege hat auch eine Katze, und seine Freundin hatte leider eine Katzenallergie. Sie wollte, dass er sich von ihr trennt. So fragte er mich neulich: „Kennst du jemanden, der Interesse hat? Sie hat braunes Haar, ist 1,65 groß und 24 Jahre alt“.

Auch mein Bett gehört Hermine. Ich hätte noch nicht mal was dagegen, wenn sie nicht immer exakt um 4.30 Uhr glauben würde, dass sie in wenigen Minuten verhungern und mit 50 Shades of Miau die Dringlichkeit ihres Bedürfnisses deutlich machen müsste.

Auch könnte ich damit leben, dass sie immer dann über die Tastatur meines PCs spaziert, wenn ich gerade einen Film gucke, sodass dieser plötzlich auf Französisch, rückwärts, in Zeitraffer und mit rumänischen Untertiteln läuft.

Nicht in Ordnung finde ich aber, dass, wenn ich nackt unter der Dusche stehe, sie mich abschätzend mustert, kurz würgt, sich umdreht und rausstolziert. Da lobe ich mir meinen Badspiegel. Der reagiert rücksichtsvoller und beschlägt wenigstens.

Ich füttere auch nicht. Ich bringe Opfergaben dar. Und kein Trockenfutter. Choupette, die Katze vom Lagerfeld, soll mal gesagt haben: Wer Trockenfutter frisst, hat die Kontrolle über sein Herrchen verloren. Auch Hermine bevorzugt Nassfutter – etwa eine zarte Verführung von Zanderfilet mit Langustenschwänzen, verfeinert mit einer Mousse aus Regenbogenforelle und mit einer dezenten Note von Zitronengras. Als ich es ihr gestern in einem Schälchen aus hauchzartem, chinesischem Porzellan der Ping-Pong Dynastie kredenzte, schaute sie mich – ihr Personal – an, als wollte sie sagen: Sorry, Mensch, ... du Krone der Schöpfung! Warum ist da kein Petersiliensträußchen drauf? Ich habe die Werbung doch auch gesehen!

Unsere Kolumnistin Anne VogdUnsere Kolumnistin, Anne Vogd, (52), ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie arbeitete 25 Jahre im Vertrieb einer Modefirma, wollte sich 2013 aber radikal verändern und ist seitdem als Comedian auf Karnevalssitzungen und anderen Veranstaltungen unterwegs. 2016 gewann sie den SWR3 Comedy Förderpreis. Heute schreibt sie zusätzlich Kolumnen in Tageszeitungen und ist regelmäßig im Radio zu hören.
Hier finden Sie weitere Beiträge dieser Autorin.


*im Vergleich zu herkömmlichen Staubwischmethoden

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