Mehr Sicherheit für Kleinkinder dank virtueller Riesenküche

Familie
8/06/2021
Zu Hause ist es sicher, das denken viele Eltern. Tatsächlich aber passieren die meisten Unfälle mit Kleinkindern im eigenen Wohnumfeld. Verhindern lassen sich Unfälle, indem man Gefahrenstellen erkennt und beseitigt. Aber wie sieht die Welt eigentlich aus der Perspektive eines anderthalbjährigen Kindes aus? Um den Blickwinkel zu verändern und den Alltag in einem anderen Maßstab zu erleben, haben Ariel und Lenor gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e. V. eine virtuelle Riesenküche entwickelt. Mit der interaktiven 3D-Anwendung für Laptop, Smartphone, Tablet und Virtual-Reality-Brille können alle die Welt mit Kinderaugen sehen. Denn sie zeigt eine Küche aus der Perspektive eines Kleinkinds. Eltern erkennen damit Gefahrenstellen im eigenen Wohnumfeld – und lernen, wie diese entschärft werden können.

Nirgendwo in der Wohnung sind Kinder von so vielen unterschiedlichen Reizen umgeben wie in der Küche. Wo gekocht, gegessen und manchmal auch gewaschen wird, entstehen Situationen und Geräusche, die neugierig machen: Brodelndes Wasser auf dem Herd, ein heißer Backofen oder unachtsam stehen gelassene Wasch- und Reinigungsmittel sind nur einige von zahlreichen Gefahrenquellen. Hinzu kommen brennende Kerzen, herumliegende, scharfe Gegenstände wie Messer oder Lebensmittel, an denen sich Babys verschlucken können.

„Mögliche Gefahren lauern in allen Bereichen der Wohnung. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Küche. Diese Tatsache hat uns zur Idee der virtuellen Riesenküche motiviert“, erläutert Stefanie Märzheuser, Präsidentin der BAG und Kinderchirurgin an der Charité in Berlin. Mit der neuen Anwendung haben Mütter, Väter, Großeltern und alle, die mit kleinen Kindern zusammenleben oder diese betreuen, die Gelegenheit, sich den häuslichen Tücken digital zu nähern. Dabei können sie auf einem virtuellen Rundgang über den Browser, das Smartphone oder mithilfe einer Virtual-Reality-Brille die Küche mit Kinderaugen erkunden:
www.kindersicherheit.de/VR360. Entwickelt wurde die Anwendung von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e. V. zusammen mit Ariel und Lenor von Procter & Gamble. Die Marken sind langjährige Kooperationspartner der BAG und unterstützen die Umsetzung der virtuellen Riesenküche.

Kinderunfälle im Haushalt lassen sich vermeiden

„Mit der virtuellen Riesenküche erkennen wir Unfallrisiken deutlicher, denen Kinder im Haushalt ausgesetzt sind. Der veränderte Blickwinkel erleichtert es uns, Konsequenzen zu ziehen und unsere Kinder besser zu schützen. Kinderunfälle im Haushalt sind keine unvermeidbaren Schicksalsschläge. Mit der richtigen Prävention können wir Kinder vor Verletzungen schützen“, sagt Märzheuser.

Inhaltlich richtet sich der Fokus der Anwendung auf Unfallgefahren, denen Kinder in den eigenen vier Wänden ausgesetzt sind. Besonders in den ersten beiden Lebensjahren lernen Kinder täglich Neues und entdecken dabei ihre Umwelt. Eltern sind zuweilen von den nächsten Entwicklungsschritten überrascht. Dinge, die gestern für die Kleinen noch unerreichbar erschienen, können sie auf einmal ergreifen, erklettern und erobern. Das kann vor allem in der Küche zu gefährlichen Situationen führen.

Kleinkinder niemals unbeaufsichtigt lassen

Zu den vielfältigen Vorkehrungen, um Unfälle mit Kleinkindern zu vermeiden, gehört es beispielsweise, darauf zu achten, das Stromkabel eines Wasserkochers nicht offen hängen zu lassen, Lebensmittel und Gegenstände, die die Atemwege blockieren könnten, beiseite zu räumen und Putz- und Waschmittel verschlossen und außer der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Darüber hinaus dürfen kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt bleiben. „Schwere Verletzungen im Haushalt sind vermeidbar. Vorausschauendes Denken und eine kritische Suche nach Gefahrenquellen schützen unsere Kinder vor Unfällen. Kinder sehen und erfahren ihre Umgebung anders als Erwachsene. Mit der virtuellen Riesenküche können Eltern unkompliziert Gefahrenquellen im Haushalt entdecken und beseitigen“, resümiert Märzheuser.

Ariel und Lenor sind seit 2016 Partner der BAG. Gemeinsam setzten sie sich dafür ein, Unfälle mit Kindern im Haushalt zu vermeiden und haben in den vergangenen Jahren einiges getan, um unter anderem zum richtigen Umgang mit Waschmitteln aufzuklären. Dazu gehören die Entwicklung, Produktion und Distribution von BAG-Informationsmedien, so dass auf diesem Weg die wichtigen Informationen zur Unfallvermeidung viele Eltern und Betreuungspersonen erreicht haben. Ein Beispiel ist der Informationsflyer „Kinderunfälle zu Hause vermeiden“, der Kinderarztpraxen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde, so dass diese ihn in der eigenen Arbeit an Eltern weitergeben konnten. Außerdem veranstalten sie jährlich gemeinsam einen Kindersicherheitstag, an dem sie zu Unfällen informieren und Präventionsprojekte vorstellen.