Professionelles Zahnreinigen: Ist die zusätzliche Behandlung beim Arzt nötig?

Gesundheit & Wellness
17/07/2020
Viele Zahnärzte raten zu der kostenpflichten Prophylaxe. Aber braucht sie auch jeder? Wir beantworten wichtige Fragen zum Thema.

Es ist der Moment, den vermutlich jeder kennt: Kaum ist die jährliche Zahnkontrolle endlich vorbei, runzelt der Arzt die Stirn und sagt: „Ich würde Ihnen noch eine professionelle Zahnreinigung empfehlen.“ Schluck. Die Zweifel, die viele Menschen in diesem Augenblick haben, sind nicht ganz unberechtigt. Erst einmal ist das Zahnreinigen vom Experten eine individuelle Gesundheitsleistung (kurz: IGeL), die die Patienten selbst bezahlen müssen. Zudem fürchten sich einige davor, ob die Behandlung schmerzhaft sein könnte. Wir schauen uns daher an, welche Bedenken begründet sind und wie eine Zahnreinigung abläuft.

Für wen empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung?
Was macht man bei der Zahnreinigung?
Wie schmerzhaft ist eine professionelle Zahnreinigung?
Ist Zahnreinigung schädlich?
Wie viel kostet eine Zahnreinigung?
Wie oft sollte man zur professionellen Zahnreinigung gehen?

Für wen empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung?

Ganz grundsätzlich gilt: Das Wichtigste, was alle Menschen für ihre Mundhygiene tun können, ist die tägliche Zahnreinigung zu Hause. Bei jedem Essen bilden sich Bakterien, die der Grundstoff für Zahnbelag, der sogenannte Plaque, sind. Wird die weiche Substanz nicht entfernt, erhärtet sie im Laufe der Zeit und wird zu Zahnstein. Karies und Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) können die Folge sein. Deshalb ist die Pflege der Zähne so entscheidend: Wenn Sie zweimal täglich Zähne putzen, die Zwischenräume und die Zunge säubern, haben Sie die Hauptarbeit für Ihre Mundgesundheit bereits getan.

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Frau die Lächelt

Ist das zusätzliche Zahnreinigen beim Arzt demnach für niemanden notwendig? Ganz so einfach ist es nicht. Einige Menschen sind leider besonders anfällig für Karies und/oder Parodontitis. Für diese Patienten lohnt sich auf jeden Fall die intensive Prophylaxe, um Füllungen und Zahnverlust zu vermeiden. Wen generell das schlechte Gewissen wegen seiner Mundhygiene plagt, freut sich bestimmt auch über die regelmäßige Extra-Reinigung. Zudem sollten Menschen mit Implantaten, Brücken, Kronen oder Zahnspangen einen Termin buchen, damit sich keine dauerhaften Beläge an den schwierigen Stellen absetzen können. Natürlich darf aber nicht verschwiegen werden, dass eine professionelle Zahnreinigung einen kosmetischen Effekt hat – die Zähne strahlen oft danach weißer. Das ist sicher ein gutes Argument für alle, die Tee, Kaffee oder Tabak lieben.

Allerdings gibt es auch Risikogruppen, die sich vor dem Zahnreinigen gut informierten sollten. Dazu zählen vor allem Menschen, die Blutverdünner nehmen müssen oder bereits am Herzen operiert worden sind. Denn schon kleine Verletzungen am Zahnfleisch, die während der professionellen Reinigung auftreten können, hätten im schlimmsten Fall eine Infektion zur Folge. Oftmals reicht es aber aus, wenn diese Patienten vor der Behandlung ein leichtes Antibiotikum einnehmen.

Was macht man bei der Zahnreinigung?

Gehen Sie nur in eine Zahnarztpraxis für eine professionelle Zahnreinigung. Ablauf und eventuelle Fragen besprechen Sie aber nicht mit einem Arzt, sondern meistens mit einem zahnmedizinischer Fachassistent*in oder Dentalhygieniker*in. Sofern Sie kein Risikopatient sind, geht er/sie danach wie folgt vor:

  • Am Anfang werden zunächst die Zähne und das Zahnfleisch genau begutachtet. Gibt es Blutungen am Zahnfleisch? Ist eine Stelle entzündet? Liegen Zahnhälse offen? Das sind wichtige Informationen für den Experten.
  • Nun folgt die „Einfärbephase“: Durch eine Test-Tablette erkennt die Fachkraft, wo sich Beläge auf den Zähnen gebildet haben – das berühmte „blaue Gebiss“ aus der Werbung. Meistens dürfen Patienten das Ergebnis selbst im Handspiegel anschauen.
  • Anschließend werden Zahnstein und Beläge in den Zahnzwischenräumen entfernt. Dabei setzen viele Fachkräfte auf Ultraschall oder schaben die Unreinheiten mit Handinstrumenten weg.
  • Durch einen Pulverstrahl lösen sich danach die Verfärbungen auf, die durch Tee, Kaffee oder Zigaretten entstanden sind. Danach werden die Zähne mit Wasser abgesprüht und später mit einem Luftstrahl getrocknet.
  • Nun werden die Zähne gründlich poliert. Aber nicht, damit sich das Gegenüber darin spiegeln kann, sondern aus einem anderen Grund: Auf glatten Oberflächen haften Bakterien nicht so gut.
  • Beim letzten medizinischen Schritt wird ein hochkonzentriertes Fluorid auf die Zähne aufgetragen, um den Zahnschmelz langfristig zu schützen.
  • Zu jeder professionellen Zahnreinigung gehört, dass die Fachkraft am Ende oder währenddessen Tipps zur Zahnreinigung gibt und Fragen beantwortet.

Wer unsicher ist, ob das professionelle Zahnreinigen in der Arztpraxis nötig ist, kann sich hier über Vor- und Nachteile informieren. Gleich lesen.

Wie schmerzhaft ist eine professionelle Zahnreinigung?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil das Schmerzempfinden sehr unterschiedlich ist. Die einen brauchen bei einer Wurzelbehandlung keine Spritze, während andere bereits ein Pochen spüren, wenn sie nur das Geräusch eines Bohrers hören. Grundsätzlich kann man sagen, dass beim Zahnreinigen zwar intensiv im Mund gearbeitet wird, aber das Vorgehen keine Schmerzen verursacht. Hat ein Patient allerdings eine schwere Parodontitis oder liegen Zahnhälse offen, kann das Entfernen der Beläge trotzdem als schmerzhaft empfunden werden. Eine Spritze ist in solchen Fällen aber meistens nicht nötig. Oft wird bei diesen Menschen ein Gel aufgetragen, das die entsprechende Fläche leicht betäubt. Wichtig ist, dass Sie vor dem Zahnreinigen offen mit der Fachkraft oder dem Arzt über Ihr Schmerzempfinden reden.

Ist Zahnreinigung schädlich?

Viele Patienten fragen sich, ob durch das intensive Behandeln der wichtige Zahnschmelz kaputt gehen könnte. Diese Sorge ist aber in der Regel unbegründet. Der Pulverstrahl zum Entfernen der Beläge raut zwar die Oberfläche minimal auf, aber das Polieren glättet sie sofort wieder. Zudem schützt das Fluorid-Gel den Zahnschmelz zusätzlich.

Wie viel kostet eine Zahnreinigung?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten und ist von Praxis zu Praxis unterschiedlich. Auch die Region, in der Sie leben, könnte eine Rolle spielen bei den Kosten. Zahnreinigung ist auf jeden Fall eine Privatleistung, die nicht ganz billig ist. Im Durchschnitt müssen Sie rund 80 bis 120 Euro für eine Stunde Behandlung einplanen. Es lohnt sich aber, bei der Krankenkasse nachzufragen, ob sie einen Zuschuss zahlt.

Wie oft sollte man zur professionellen Zahnreinigung gehen?

Falls Sie Ihre Zähne gut pflegen und Ihr Gebiss gesund ist, reichen ein- bis maximal zweimal im Jahr. Bei Menschen mit schwerer Karies oder Parodontitis sind eventuell häufigere Besuche ratsam. Besprechen Sie dies aber unbedingt mit Ihrem Arzt. Und noch einen Tipp für Sie am Ende: Die richtige Ernährung spielt eine große Rolle für die Zahngesundheit. Wer beispielsweise wenig Zucker isst, produziert auch weniger Säure, die Ihr Gebiss angreifen könnte. Strahlen Sie also von Innen und lassen Sie das Süße links liegen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem professionellen Zahnreinigen gemacht? Erzählen Sie uns gern von Ihren Erfahrungen in den Kommentaren. Davon profitieren auch andere Leser*innen.

 

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