Nachhaltig einkaufen: 10 praktische Shopping-Tipps für mehr Umweltbewusstsein

Haus & Garten
16/07/2020
Halten Sie Ihren ökologischen Fußabdruck auch beim Shoppen klein: Hier kommen die einfachsten Möglichkeiten auf einen Blick.

Einen eigenen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz zu leisten, wird immer wichtiger – gut also, wenn Sie sich damit beschäftigen möchten. Tatsächlich können Sie bereits etwas dafür tun, indem Sie nachhaltig einkaufen gehen. Heißt: Versuchen Sie Produkte zu erwerben, die energiesparend und umweltfreundlich sowie unter fairen Bedingungen für die Mitarbeiter hergestellt worden sind. Im besten Fall lassen sich Ihre Einkäufe auch lange nutzen und deren Verpackung im Anschluss recyceln. Unnötiger Müll sollte vermieden werden. Diese zehn Shoppingtipps sorgen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag.

Nachhaltig einkaufen – Tipp 1: Mit allen Sinnen planen

Bevor Sie aus dem Haus gehen, stellen Sie sich folgende Fragen: Muss ich überhaupt einkaufen gehen und was brauche ich tatsächlich? Schreiben Sie sich eine ausführliche Liste. Und misstrauen Sie ruhig einmal dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Produkten in Ihrem Kühlschrank, bevor diese im Müll landen und ersetzt werden. Hier heißt es Augen auf und Geruchssinn an – oft halten sich Joghurt, Milch und Co. länger als angegeben.

Profitipp: Die Verbrauch-Box. Werfen Sie vor dem nächsten Großeinkauf einen Blick in Ihren Vorratsschrank. Oft schlummern in den hintersten Ecken angebrochene Reispackungen, Suppen oder Ähnliches, die nicht vergessen werden wollen. Packen Sie diese in eine Kiste auf Ihrer Anrichte – ihr Inhalt, so machen Sie es sich zum Ziel, wird in den kommenden Wochen in Ihren Speiseplan integriert. So vermeiden Sie Foodwaste und können nachhaltig shoppen, weil Sie Ihre Vorräte im Hinterkopf haben!

Nachhaltig einkaufen – Tipp 2: Taschen, Taschen, überall Taschen!

Und das ist auch richtig so. Dass Sie der Umwelt zuliebe besser mit Stoffbeuteln und Gemüsenetzen in den Super- oder auf den Wochenmarkt gehen, wissen Sie bestimmt schon. Wenn man bloß auch immer daran denken würde, nicht wahr? Deshalb nehmen Sie sich jetzt mal zehn Minuten Zeit und eine Handvoll Jutebeutel. Kofferraum, Hand- und Jackentasche – was auch immer Sie beim Einkaufen regelmäßig begleitet, wird jetzt mit einer Plastiktüten-Alternative ausgestattet, beim nächsten Trip in den Supermarkt haben Sie sie dann gleich griffbereit. So klappt umweltbewusst einkaufen von Anfang an!

Frau beim Einkaufen

Nachhaltig einkaufen – Tipp 3: Gummi geben, aber nur mit den Schuhsohlen

Gut für die Umwelt, den Geldbeutel und manchmal auch den Gürtel, denn jetzt ist Bewegung angesagt: Lassen Sie für kleinere Besorgungen ruhig einmal das Auto stehen und steigen Sie mitsamt Rucksack auf das Fahrrad um. Vielleicht haben Sie ja auch einen Supermarkt in direkter Nähe, der sich bequem zu Fuß erreichen lässt. Falls nicht: Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel. So sparen Sie unnötige Abgase und entschleunigen den Klimawandel.

Nachhaltig einkaufen – Tipp 4: Ein „Loser“ sein und trotzdem gewinnen

Hier verlieren Sie nur eines, und zwar umweltbelastende Plastikverpackungen. Vermeiden Sie Abgepacktes und geben Sie die Produkte lose in mitgebrachte Behälter oder Gemüsenetze. Diese sind inzwischen in beinahe jedem Supermarkt zu erwerben und wie Stofftüten wiederverwertbar. Zudem bieten immer mehr Läden „Unverpackt“-Stationen an, an denen Sie lose Trockenprodukte wie Müsli oder Nüsse in mitgebrachte Behälter umfüllen können. Nachhaltig shoppen par excellence!

Nachhaltig einkaufen – Tipp 5: Wer sind Sie, was machen Sie hier? Genau hinsehen!

Fairtrade-Produkte und Bio-Ware ja – Umweltsünder nein! Führen Sie für mehr Nachhaltigkeit im Alltag ruhig mal eine Art Ausweiskontrolle an Lebensmitteln oder Haushaltsreinigern durch, die Sie kaufen möchten. Nur, wer zertifizierte Umweltlabels vorweisen kann, produziert seine Ware ohne Pestizide oder Gentechnik, tierwohl- und bodenschonend. Sie sehen vor lauter Labels den Umweltschutz nicht mehr? Auf label-online.de erhalten Sie einen Überblick!

Nachhaltig einkaufen – Tipp 6: Hallo Nachbar! Regionale Produkte kaufen

Das Gute liegt so nah: Schonen Sie die Klimabilanz und kaufen Sie Ware aus der Region. So werden weite Transportwege mit LKW, Flugzeug oder Frachtschiff gespart, zudem unterstützen Sie die landwirtschaftlichen Betriebe in Ihrer Gegend. Und falls Sie auf exotisches Superfood aus Übersee stehen, müssen Sie sich nicht traurig sein: Heimische Leckereien wie Beeren, Leinsamen, Hafer, Petersilie, Brokkoli oder Grünkohl versorgen Sie nachweislich mit vergleichbar vielen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.

Nachhaltig einkaufen – Tipp 7: Die „Jahresuhr“ im Blick haben

Es landet nur das auf dem Teller, was da ist. Das war zu Omas Zeiten so und sollte auch heutzutage öfter beherzigt werden. Durch den Kauf von Lebensmitteln, die hierzulande tatsächlich gerade Saison haben, halten Sie Ihren ökologischen Fußabdruck kleiner. Hier muss nichts vom anderen Ende der Welt geliefert oder im Gewächshaus unter hohem Energieaufwand gezüchtet werden. Zudem verfügen frische saisonale und regionale Produkte über einen wesentlich höheren Vitamingehalt als nachgereifte Ware aus dem Frachtschiff.

Profitipp: Saisonkalender vom Bundeszentrum für Ernährung herunterladen und griffbereit im Portemonnaie aufbewahren oder dazugehörige App downloaden.

Nachhaltig einkaufen – Tipp 8: Krumme Dinger drehen und mitnehmen

Knubbelige Äpfelchen, schiefe Möhren und Gurken, die sich bei der Wuchsrichtung nicht so richtig entscheiden konnten? Egal! Manches Obst und Gemüse gewinnt sicher keinen Schönheitswettbewerb, ist aber trotzdem absolut genießbar und lecker. Es sollte also keineswegs in der Tonne landen! Haben Sie Mitleid mit den krüppeligen Kerlchen, greifen Sie zu und setzen Sie ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Mit jeder geretteten Möhre helfen Sie dabei, Energie, Wasser, Anbauflächen, Dünge- und Pflanzenschutzmittel einzusparen.

Junge Frau geht nachhaltig einkaufen, indem sie loses Müsli in einen Glasbehälter abfüllt.

Nachhaltig einkaufen – Tipp 9: Let’s get veggie

Wenn Sie nicht ohnehin auf eine vegane oder vegetarische Ernährung umgestellt haben, versuchen Sie, tierische Lebensmittel lieber nur in Maßen und aus artgerechter Haltung zu genießen. Steigen Sie auf die zahlreichen Alternativen auf pflanzlicher Basis um und werden Sie kreativ in der Küche. Der hohe CO2-Ausstoß durch die Fleischproduktion hat einen erheblichen Einfluss auf den Klimawandel. Wenn es Sie dennoch nach Steak und Aufschnitt gelüstet, kaufen Sie am besten von der Fleischtheke oder auf dem Wochenmarkt. Vielleicht dürfen Sie beim nächsten Besuch auch Ihren eigenen Behälter mitbringen, so sparen Sie Verpackungsmüll. Fragen Sie einfach mal nach!

Nachhaltig einkaufen – Tipp 10: Öfter auch mal umsteigen

Nachhaltig shoppen leicht gemacht: Glücklicherweise denken auch immer mehr Hersteller an ihren ökologischen Fußabdruck und bieten umweltschonende (Alternativ-)Produkte an. Vor allem umweltfreundlichere Verpackungen, bessere Inhaltsstoffe und eine ressourcensparende Handhabung wie beispielsweise beim Fairy Spülschaum werden dabei berücksichtigt. Sie selbst können beim Einkaufen etwa zu Mehrwegflaschen oder Wassersprudlern statt zu Einwegprodukten greifen oder von Binden und Tampons auf Menstruationscups wie die von Always umsteigen.

Nachhaltig einkaufen – ein Fazit

Sie sehen, Sie haben es bei jedem Gang zum Supermarkt buchstäblich selbst in der Hand: Wenn wir nachhaltig shoppen, können wir nicht nur im Hier und Heute Ressourcen sparen, sondern auch das zukünftige Angebot in den Supermärkten beeinflussen. Produktion, Handel und Transport werden sich bestenfalls an unserem Nachhaltigkeitsanspruch orientieren.

 

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„Nachhaltig einkaufen“ haben Sie bereits ganz oben auf Ihrer To-do-Liste stehen? Verraten Sie uns gern unter diesem Artikel, auf was Sie beim Shoppen achten!

Quellen:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelhandel-und-umwelt/nachhaltigkeit/21716.html

https://www.bzfe.de/inhalt/saisonzeiten-bei-obst-und-gemuese-3130.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/klimaschutz-beim-essen-und-einkaufen-10442