Weichspüler und Allergien: Der Fakten-Check

Haus & Garten
23/01/2020
Duftende, weiche Wäsche ist etwas Herrliches – eine Allergie nicht. Wir erklären, warum Sie die positiven Effekte von Weichspüler sorgenfrei genießen können.

Wie häufig ist eine Weichspüler-Allergie?

Welche Weichspüler-Inhaltsstoffe lösen Allergien aus?

Kann eine neue Allergie hervorgerufen werden?

Wie erkenne ich eine Weichspüler-Allergie?

Was tun, wenn ich eine Weichspüler-Allergie habe?

Ist Weichspüler schädlich für die Haut?

Wie gefährlich ist Weichspüler?

Sind im Weichspüler Tierabfälle?

Warum benutzt man Weichspüler?

Gibt es eine Weichspüler-Alternative? Und wie kann man Weichspüler selber machen?

Immer wieder wird davor gewarnt, dass die im Weichspüler enthaltenen Tenside und andere Inhaltsstoffe Allergien verursachen können. Manche verzichten deshalb auf den pflegenden Wäschezusatz, obwohl sie frisch duftende Wäsche lieben. Wie so oft lohnt sich ein Blick auf die Fakten. Los geht’s!

Wie häufig ist eine Weichspüler-Allergie?

Potenziell können wir alle auf fast alle Stoffe allergisch reagieren, also nicht nur auf Weichspüler-Inhaltsstoffe. Eine Weichspüler-Allergie ist äußerst selten. Zu diesem Schluss kommen sowohl der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB) als auch der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), der sich auf die Daten von 56 Hautkliniken im deutschsprachigen Raum beruft.

Wenn Sie nicht bereits eine Waschmittel-Allergie oder eine bekannte Allergie gegen bestimmte Duftstoffe haben, spricht nichts dagegen, Weichspüler zu verwenden. Sie haben dennoch Bedenken? Versuchen Sie es doch erst einmal mit einer niedrigen Dosierung. Bestimmt wollen Sie Ihre weiche, duftende Wäsche schon bald nicht mehr missen.

Welche Weichspüler-Inhaltsstoffe lösen Allergien aus?

Eine berechtigte Frage, denn eine allgemeine Weichspüler- oder Waschmittel-Allergie gibt es nicht. In der Regel sind es bestimmte Inhaltsstoffe, die allergische Reaktionen erzeugen können und die möglicherweise auch in anderen Haushalts- oder Kosmetikprodukten zu finden sind. Dazu gehören:

  • kationische Tenside – wie Waschmittel enthält auch Weichspüler Tenside. Kationische Tenside dringen in die Fasern ein und machen die Kleidung so schön geschmeidig,
  • Duftstoffe sowie
  • Konservierungsstoffe.

 

Tipp: Sollten Sie nur leichte Symptome einer Waschmittel-Allergie aufweisen, wechseln Sie zunächst die Marke und beobachten, ob die Beschwerden zurückgehen.

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Kann eine neue Allergie hervorgerufen werden?

Das ist sehr unwahrscheinlich. Neu-Sensibilisierungen können vor allem dann entstehen, wenn Menschen allergenen Reizen über längere Zeit intensiv ausgesetzt sind. Wenn Sie aber Weichspüler verwenden, verbleibt nur sehr wenig davon auf der Kleidung – und damit geringe Mengen an kationischen Tensiden sowie Duft- und Konservierungsstoffen. Noch geringfügiger sind die Mengen in der Luft.

Im Interview zum Weichspüler-Test der Stiftung Warentest („test“ 10/2019) bestätigt dies auch Axel Schnuch, Experte beim Informationsverbund Dermatologischer Kliniken. „Die in Weichspülern eingesetzten Duftstoffe stellen keine Gefahr für den Verbraucher dar.“ Ein Ekzem sei auch bei einer bereits bestehenden Duftstoffallergie „extrem unwahrscheinlich“, so Schnuch.

Wie erkenne ich eine Weichspüler-Allergie?

Wenn jemand eine Weichspüler- oder Waschmittel-Allergie hat, zeigen sich Rötungen und Pusteln auf der Haut. Häufig kommt Juckreiz hinzu. Möglicherweise schlägt sich die Reaktion auch auf die Atemwege nieder in Form von Schnupfen, Husten und einem Kratzen im Hals.

Doch Achtung: Diese Symptome können viele Ursachen haben, statt einer Allergie kann es sich auch um eine Erkrankung handeln. Ist es eine allergische Reaktion, kann sich der allergieauslösende Stoff in vielen Bereichen des Alltags verstecken. Suchen Sie also unbedingt einen Arzt auf, falls Sie unter den genannten Beschwerden leiden. Er kann gezielte Tests durchführen, um die Ursache herauszufinden.

Was tun, wenn ich eine Weichspüler-Allergie habe?

Wenn eine Allergie nachgewiesen ist und Sie wissen, welcher Weichspüler-Inhaltsstoff dafür verantwortlich ist, können Sie versuchen, Produkte ohne diese Komponente zu finden. Im Fall von Duftstoffen dürfte dies leichter sein als bei kationischen Tensiden und Konservierungsstoffen.

Falls Sie tatsächlich komplett auf den duftenden Wäschezusatz verzichten müssen:
Eine gute Alternative bietet der Lenor Sensitiv Weichspüler. Er ist hypoallergen und sogar für die Kleidung von Babys geeignet.

Ist Weichspüler schädlich für die Haut?

Für alle ohne nachgewiesene Allergie: nein. Die meisten empfinden Kleidung, die mit Weichspüler gewaschen wurde, sogar als deutlich angenehmer auf der Haut. Sie reibt weniger, schmiegt sich schöner an und wirft weniger Falten, die an der Haut kratzen. Gerade für Menschen mit empfindlicher Haut und Neurodermitis ist das entscheidend. Deshalb empfehlen Hautärzte in solchen Fällen häufig die Verwendung von Weichspüler.

Axel Schnuch, Experte beim Informationsverbund Dermatologischer Kliniken, erklärt hierzu in der Ausgabe 10/2019 des „test“-Magazins von Stiftung Warentest, dass Neurodermitiker von weicherer Kleidung profitieren, da diese weniger auf der Haut rubbelt. Für Kontaktallergiker schließt er eine Neu-Sensibilisierung aus.

Frau mit Pullover

 Ist Weichspüler gefährlich für die Umwelt?

Was die Gesundheit des Menschen betrifft, ist diese Frage bereits hinreichend geklärt: Weichspüler sind unbedenklich, es sei denn, Sie gehören zu den wenigen Menschen, die eine Waschmittel- bzw. Weichspüler-Allergie haben. Aber wie sieht es mit der Umweltverträglichkeit aus? Immer wieder hört man schließlich, Weichspüler belasteten unsere Gewässer und seien in der Ökobilanz ein Problem. Hier kommt eine Gegenüberstellung der Fakten als Entscheidungshilfe.

Pro:

  • Weichspüler trägt in Kombination mit einem modernen Flüssigwaschmittel oder PODS dazu bei, dass Kleidung länger wie neu aussieht. Das spart Geld und schont Ressourcen.
  • Durch die Verwendung von Weichspüler verkürzt sich die Zeit im Trockner. Das spart Energie. Das Gleiche gilt fürs Bügeln. Auch hier geht’s schneller, was nicht nur Zeit, sondern auch Strom spart – und die Haushaltskasse entlastet.
  • Manche Weichspüler werden in Flaschen aus recyceltem Plastik verkauft, z.B. viele Lenor-Varianten. Ist der Weichspüler verbraucht, kann die Flasche über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne entsorgt werden, um anschließend wiederverwertet zu werden.

Contra:

  • Für Produktion und Transport werden Ressourcen benötigt.

Außerdem wichtig zu wissen:

  • Weichspüler stand zuletzt häufig in der Kritik, weil sein Wirkstoff, die kationischen Tenside, meist aus gereinigten tierischen Fetten gewonnen werden. Bei genauerer Betrachtung nutzen die Hersteller dadurch ein Nebenprodukt und damit Ressourcen, die ohnehin vorhanden sind und ansonsten vernichtet würden.
  • Anders als früher sind die Weichspüler-Tenside schon seit vielen Jahren vollständig biologisch abbaubar.

Alles in allem lässt sich sagen: Wenn Sie mit einem modernen Flüssigwaschmittel oder PODS bei niedrigen Temperaturen Waschen, ihre Wäsche zusätzlich mit einem Weichspüler pflegen, dabei Überdosierungen vermeiden und ihren Müll ordnungsgemäß trennen, können Sie ihre duftende und weiche Wäsche ohne schlechtes Gewissen genießen. Tragen Sie ihre optimal gepflegte Kleidung außerdem länger, wird die ökologische Bilanz des Weichspülers sogar noch besser.

Sind im Weichspüler Tierabfälle?

Nein. Grund für diese Aussage, die sich hartnäckig hält, sind besagte Weichspüler-Tenside, die in einem aufwendigen Verfahren auch aus gereinigten tierischen Fetten hergestellt werden. Die Weichspüler selbst enthalten jedoch keine tierischen Inhaltsstoffe. Die Hintergründe und warum Weichspüler ohne Inhaltsstoffe aus tierischen Fetten nicht automatisch besser sind, erfahren Sie in unserem Artikel „Weichspüler: Was Sie schon immer wissen wollten“.

Warum benutzt man Weichspüler?

Wie Sie bereits gelesen haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Weichspüler-Allergie äußerst gering. Die Vorteile des Wäschezusatzes liegen hingegen auf der Hand:

  • wunderbar duftende Wäsche
  • anschmiegsames Gefühl der Kleidung auf der Haut
  • längeres Leben für Ihre Lieblingskleidung
  • weniger Aufwand beim Bügeln
  • kürzere Laufzeit für den Trockner oder Trockenzeit auf der Leine
  • antistatischer Effekt auf die Wäsche

Unser Tipp: Wenn Sie einen Weichspüler ausprobieren wollen, versuchen Sie es doch einmal mit Lenor Aprilfrisch, Testsieger der Stiftung Warentest (test 10/2019).

Gibt es eine Weichspüler-Alternative? Und wie kann man Weichspüler selber machen?

Egal, ob Sie tatsächlich allergisch reagieren oder einfach nur Spaß am Selbermachen haben – vielleicht sind Sie ja auf der Suche nach einer Weichspüler-Alternative. Eines vorab: Essig, Natron und Zitronensäure werden in diesem Zusammenhang häufig genannt. Dazu sei gesagt, dass der Effekt dieser Zusätze ein ganz anderer ist. Sie wirken der Wasserhärte entgegen, wodurch die Wäsche im Vergleich etwas weniger starr wird als ohne Zusatz.

Den gleichen Kuschelfaktor wie mit einem Weichspüler, der wirklich in die Fasern eindringt, erreichen Sie mit diesen Naturmitteln freilich nicht. Im Gegenteil ist vor allem bei Essig Vorsicht geboten: Waschmaschinen-Hersteller warnen, dass er Metall- und Kunststoffteile beschädigen kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass Fruchtessig und dunkle Sorten Flecken auf der Kleidung hinterlassen. Zitronensäure hingegen kann dunkle Textilien ausbleichen.