Blasenschwäche: Keine Angst vor Sex und Zärtlichkeiten

Gesundheit & Wellness
14/09/2020
Blasenschwäche: Diese Formen gibt es
Wie bekommt man Blasenschwäche?
Blasenschwäche: Frauen, genießt die Zweisamkeit!
Wie behandelt man Blasenschwäche?
Inkontinenz: Was hilft noch?
Umgang mit Blasenschwäche: Schützen Sie sich
Urinieren beim Sex – keine Angst vor Intimität


Blasenschwäche gehört zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren und ist die am weitesten verbreitete chronische Krankheit bei Frauen. Allein in Deutschland sind rund 10 Millionen von ihnen betroffen. Aber auch Männer leiden an Inkontinenz – allerdings weniger häufig. Sie alle wissen, dass die körperlichen und emotionalen Folgen für Betroffene enorm sein können – besonders, wenn es um Sex mit dem Partner geht. Um bei diesem Thema mehr Sicherheit zu geben, haben wir die wichtigsten Fakten und Tipps zusammengestellt: Lesen Sie, wie Blasenschwäche entsteht und was man dagegen tun kann.

Blasenschwäche: Diese Formen gibt es

  • Die Dranginkontinenz zeigt sich durch einen plötzlichen, starken Harndrang, obwohl die Blase nicht voll ist. Dabei kann es zum Urinverlust kommen.
  • Die Belastungsinkontinenz rührt meist von einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur her und tritt bei körperlicher Belastung auf.
  • Die Mischinkontinenz vereint die Symptome beider Arten der Blasenschwäche. Der Verlust von Urin beim Sex kann bei allen Varianten auftreten.

Wie bekommt man Blasenschwäche?

Auch wenn es viele Frauen enorm stresst und sie sich mit dem Problem alleingelassen fühlen – Blasenschwäche ist etwas ganz Normales. Sie entsteht meist, weil der Körper in den Wechseljahren das Hormon Östrogen reduziert. Als Folge davon werden die Muskeln schwächer, die für die Kontrolle der Blase zuständig sind. Somit wird der Urin nicht mehr so gut gehalten, wenn die Blase voll ist. Schon Lachen oder Niesen können dafür sorgen, dass die Betroffenen unkontrolliert Urin verlieren.

Aber auch jüngere Frauen leiden manchmal an Inkontinenz, denn ein weiterer Grund für Blasenschwäche kann die starke Belastung des Beckenbodens während einer Schwangerschaft und Geburt sein. Deswegen ist die Rückbildungsgymnastik nach dem Wochenbett so wichtig – sonst bleibt die Inkontinenz schlimmstenfalls bestehen. Auch eine Gewichtszunahme oder Hormonbehandlung verschlimmert die Blasenschwäche leider in vielen Fällen, weil der Blasendruck steigt, beziehungsweise Hormonschwankungen zunehmen.

Blasenschwäche: Frauen, genießt die Zweisamkeit!

Unser Tipp: Halten Sie sich immer wieder vor Augen, wie normal Blasenschwäche ist – auch beim romantischen Beisammensein. Wenn wir beim Sex Urin verlieren, kommt es daher, dass der Beckenbereich sehr stark durchblutet wird. Bei der Dranginkontinenz beispielsweise kann dies einen Reiz auslösen, der zum Urinieren beim Sex führt. Auch beim Orgasmus sorgen die Kontraktionen im Unterleib dafür, dass sich die Blase leert.

Liegt eine Belastungsinkontinenz vor, verlieren Frauen beim Sex Urin aufgrund des mechanischen Drucks auf die Blase. Unser Tipp: Manche Stellungen belasten die Blase mehr als andere. Ein Stellungswechsel kann bereits helfen und die Blase entlasten.

Wie behandelt man Blasenschwäche?

Beckenbodengymnastik ist ein sehr guter Weg, um die Blasenschwäche zu lindern. Das Training stärkt nicht nur die Muskeln, die für die Blase zuständig sind, sondern verbessert nebenbei auch die Intensität beim Sex. Das Wunderbare ist: Die Beckenbodenübungen lassen sich überall und jederzeit umsetzen:
  • Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden einen Urinfluss in der Mitte anhalten und spannen dafür den Beckenboden an.
  • Bei dieser Methode werden Sie automatisch alle Muskeln von der Vagina bis zum After spüren.
  • Starten Sie mit zehn Anspannungen und halten Sie diese jeweils für drei Sekunden, bis Sie wieder loslassen.
  • Wiederholen Sie das Ganze dreimal am Tag. Allmählich können Sie die Anzahl der Übungen und gehaltenen Sekunden erhöhen.

Inkontinenz: Was hilft noch?

Zum Blasentraining gehört, dass Sie die Zeit zwischen den Toilettengängen langsam erhöhen, auch wenn Sie das Gefühl haben zu müssen. Das stärkt die Muskeln um Ihre Blase und gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie den Urin halten werden. Sie sind sich unsicher, ob Sie die Übungen richtig ausführen? Nicht schlimm: Ein solches Training können Sie auch in speziellen Kursen mit Gesundheitsberatern lernen, die in der Regel rund sechs Wochen dauern. Falls Sie Angst haben, dass sie während des Trainings Urin verlieren könnten, gibt es für Sie den passenden Schutz. Die Always Discreet Einlagen sind dafür optimal geeignet. Sie sind ultradünn und sorgen daher für besonders hohen Tragekomfort. Zusätzlich schließen Sie nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Geruch sicher ein und bringen lang anhaltende Frische.

Wenn Sie allerdings merken, dass Sie Ihre Blasenschwäche sehr belastet oder diese sich stärker ausprägt, suchen Sie Ihren Hausarzt auf. Inkontinenz ist für Mediziner ein bekanntes und alltägliches Problem – und im Gespräch lassen sich mit Sicherheit erste Lösungswege finden. Eventuell kann Ihr Hausarzt Sie auch an einen Spezialisten überweisen.

Eine Frau und ein Arzt

Umgang mit Blasenschwäche: Schützen Sie sich

Einlagen oder Höschen bei Blasenschwäche können Ihnen eine enorme Sicherheit geben und viel Normalität in den Alltag zurückholen. Schützen Sie sich besonders an Tagen, an denen Sie wissen, dass Sie unter Stress geraten, weil Sie beispielsweise lange unterwegs sind und nicht überall Toiletten finden. Ein leichter Schutz, der griffbereit liegt, kann auch sehr hilfreich sein, wenn Sie mit Ihrem Partner intim werden und beim Sex Urin verlieren könnten.

Urinieren beim Sex – keine Angst vor Intimität

Wichtig: Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle und Ängste, dass Sie beim Sex Urin verlieren könnten. Wenn Ihnen das Urinieren beim Sex noch unangenehm ist, planen Sie Ihre romantische Zeit zu zweit ein und halten Sie sich an folgende Tipps:
  • Trinken Sie vor dem Geschlechtsverkehr etwas weniger.
  • Suchen Sie vor dem Sex die Toilette auf.
  • Nehmen Sie keine harntreibenden Getränke zu sich.
  • Legen Sie Handtücher bereit, falls doch etwas daneben geht.
  • Legen Sie eine urindichte Unterlage unter das Bettlaken. Diese ist nicht zu sehen.
  • Männer mit leichter Inkontinenz können ein Kondom nutzen.
Aber am allerwichtigsten ist: Haben Sie keine Scheu, lassen Sie sich fallen und genießen Sie. Bedenken Sie, dass Blasenschwäche etwas ganz Normales ist – auch jüngere Frauen vor den Wechseljahren können davon betroffen sein. Nehmen Sie es lieber mit Humor! Sicherlich hat sich auch Ihr Partner mit den Jahren verändert, und ein offenes Gespräch mit viel Respekt ist immer noch der beste Weg, damit die Intimität wunderschön bleibt. Und wer weiß: Vielleicht wird durch die Stellungswechsel aufgrund der Blasenschwäche Ihr Sexualleben ja sogar noch spannender und aufregender als zuvor?