Das hilft wirklich gegen Zähneknirschen

Gesundheit & Wellness
4/06/2021

„Beiß die Zähne zusammen!“ Diesen Motivationsspruch haben sicherlich alle schon einmal gehört. Aber weißt du auch, dass viele Frauen und Männer ihn vor allem nachts für voll nehmen – allerdings etwas unfreiwillig. Laut Angaben der Deutschen Zahnärztekammer aus dem Jahr 2017 ist jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens von Zähneknirschen betroffen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf den Bruxismus – so heißt das Phänomen unter Medizinern.

Was passiert beim Zähneknirschen?
Was sind die Ursachen von Zähneknirschen?
Was hilft akut gegen Zähneknirschen?
Langfristig Zähneknirschen behandeln
Übungen gegen das Zähneknirschen
Übung, wenn du tagsüber mit den Zähnen knirschst
Schluss mit Zähneknirschen: Reduziere Stress in deinem Leben
Auch diese Tipps können gegen Zähneknirschen hilfreich sein:

Was passiert beim Zähneknirschen?

Zähneknirschen läuft nicht bewusst ab, sondern passiert im Schlaf. Dabei reiben die Bissflächen gegeneinander oder werden stark aufeinandergepresst. Beides kann, wenn es zu häufig passiert, zu großen Schäden führen. Zähne lockern sich, Kanten reiben ab, es entstehen Risse im Zahnschmelz, schmerzhafte Abdrücke in den Wangeninnenseiten oder an der Zunge. Auch der restliche Körper leidet unter dem Zähneknirschen, denn die enorme Kraft des Kiefermuskels zieht seine Bahnen.

Mögliche Folgen sind:

  • Nackenverspannungen,
  • Kopfschmerzen oder Migräne,
  • Schlafprobleme und sogar Tinnitus.

Übrigens gibt es auch Menschen, die bereits tagsüber die Zähne zusammenbeißen. In diesen Fall sprechen Mediziner vom Wachbruxismus.

Was sind die Ursachen von Zähneknirschen?

  • Genau erforscht sind die Ursachen von Zähneknirschen bisher nicht.
  • Anfangs gingen Mediziner davon aus, dass Fehlstellungen im Gebiss dafür verantwortlich seien, beispielsweise Füllungen, die zu hoch abstanden, Zahnlücken oder schlecht sitzendende Kronen.
  • Nachts würde der Kiefer deshalb versuchen, diese Schieflage auszugleichen.
  • In einigen Fällen mag das auch heute der Grund sein, aber inzwischen gilt die Psyche als Auslöser Nummer eins. Stress, Frust und Ängste lenkt das Unterbewusstsein im Schlaf direkt in den Kiefer.
  • Das hat biologisch gesehen sogar Vorteile: Durch das Pressen werden Stresshormone wie Adrenalin, Cortison oder Cortisol abgebaut.
  • Dies wäre nicht so schlimm, wenn das Zähneknirschen an sich nicht auch negative Folgen hätte.

zeahneknirschen

Was hilft akut gegen Zähneknirschen?

Eine spezielle Knirsch- oder Aufbissschiene ist erst einmal der beste SOS-Plan gegen das Zähneknirschen. Diese oft durchsichtigen Schutzüberzüge aus Kunststoff werden vom Zahnarzt individuell angefertigt und nachts auf einer Gebissreihe (im Ober- oder Unterkiefer) getragen. Der Widerstand bremst die Bewegungen und reduziert damit den Druck. Außerdem sind deine Zähne vor weiteren Schäden geschützt.

Aber natürlich darfst du nicht vergessen: Wenn die Psyche der Hauptgrund für das Zähneknirschen ist, behebt die Schiene die Ursache nicht. Allerdings ist es für viele unrealistisch, dass sie Stress und Ängste in kurzer Zeit abbauen. Schütze also deine Zähne mit der Schiene und beachte auch die folgenden Tipps zur Muskelentspannung.

Langfristig Zähneknirschen behandeln

Um dauerhaft den Mund – und damit auch den ganzen Körper – zu entkrampfen, musst du vor allem eines: Druck rausnehmen. Das passiert durch Muskelentspannung, Dehnung und Kräftigung des Kieferbereichs. Am besten lässt du dir dafür vom Zahnarzt eine Physiotherapie gegen das Zähneknirschen verschreiben. In dieser Behandlung kann der Spezialist genau erkennen, woher deine Verspannungen kommen und dir individuelle Übungen zeigen. Für alle, die schon vorher etwas tun wollen, gibt es ein paar gute Tipps.

Übungen gegen das Zähneknirschen

Mund weit öffnen

Dieser einfache Trick kann beim Zähneknirschen schon eine Menge bewirken. Öffne mehrmals täglich den Mund möglichst weit. Halte die Position und versuche, langsam die Dehnung zu verstärken. Damit hast du bereits die beste Gegenbewegung zum festen Beißen ausprobiert.

Kiefer verschieben

Lass deinen Unterkiefer möglichst locker runterfallen. Ober- und Unterkauleiste sollten sich nicht berühren. Jetzt schiebe sanft den unteren Kieferbereich von links nach rechts und wiederhole die Übung ein paar Mal.

Massieren

Gönne deinem Kiefergelenk mehrmals täglich eine kleine Massage. Ertaste dabei von außen den Anfang des Kieferknochens. Der sitzt neben dem Ohr. Nun gehe in langsamen Kreisbewegungen runter bis zum Kinn. Wenn du eine besonders schmerzhafte Stelle entdeckst, üben etwas mehr Druck aus. Dabei kannst du den Mund auch mehrfach öffnen und wieder schließen – das ist zwar etwas unangenehm, hilft aber gegen das Zähneknirschen.

zeahne

Übung, wenn du tagsüber mit den Zähnen knirschst

Wer tagsüber mit den Zähnen knirscht, hat den Vorteil, dass er es direkt ändern kann. Scheue dich auch nicht davor, kleine Zettel aufzuhängen, um dich daran zu erinnern. „Wie geht es gerade meinem Mund?“ Diese Frage könntest du beispielsweise an deinen Computer heften. Zudem solltest du einmal darauf achten, auf welcher Seite du bevorzugt kaust. Stärke die andere Seite und kaue bewusst öfter dort.

Schluss mit Zähneknirschen: Reduziere Stress in deinem Leben

Wer weniger Stress im Leben hat, hat auch keine Probleme mit dem Zähneknirschen mehr. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Der Alltag ist nun einmal hektischer geworden und die Anforderungen in vielen Jobs höher. Auch Mütter haben heute mehr um die Ohren als früher. Aber vergiss nicht, dass es nicht unmöglich ist, etwas zu tun. Manchmal hilft es schon, die Einstellung zu verändern. Musst du wirklich alles perfekt machen? Oder alles allein organisieren? Wer von diesem Druck loslässt, tut unter Umständen auch seinem Kiefer etwas Gutes.

Selbstverständlich nimmt auch Bewegung Druck aus deinem Leben und hilft gegen das Zähneknirschen. Sehr ausgleichend wirkt vor allem Yoga für den Körper und den Geist. Es gibt sogar Yogaübungen für den Kiefer: Bestimmt findest du dazu einen Kurs in deiner Nähe oder online.

Hast du außerdem schon einmal Meditation ausprobiert? Die Effekte auf Körper und Geist sind wissenschaftlich belegt.

zeahnemeditation

Auch diese Tipps können gegen Zähneknirschen hilfreich sein:

  • Kaue möglichst kein Kaugummi. Damit erhöhst du die Belastung für den Kiefer, und das Zähneknirschen kann zunehmen.
  • Verzichte – vor allem abends – auf Alkohol und Koffein. Das wühlt den Körper auf, er entspannt schwerer und mahlt stärker mit den Zähnen.
  • Wusstest du, dass bestimmte Lebensmittel wie Karotten oder fluoridreiche Mineralwasser deine Zähne stärken? Das hilft zwar nicht direkt gegen Zähneknirschen, aber dein Gebiss bleibt insgesamt gesund.
  • Kräftige deine Zähne außerdem mit der richtigen Pflege, wenn sie durch das Zähneknirschen angegriffen werden. Probiere doch einmal die blend-a-med Complete Protect EXPERT Starke Zähne Zahnpasta aus. Sie wurde von Zahnärzten entwickelt und wirkt sogar noch nach dem Zähneputzen, um dein Zahnfleisch und deine Zähne vor täglichen Schadeinflüssen zu schützen.

Gesunde Zähne, gesunder Mund: Expertentipps.